1. FC Köln - Der Podcast

1. FC Köln - Der Podcast

Transkript

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00:00:00: Sprecher 1 Der erste FC Köln wurde.

00:00:01: Sprecher 2 Vorzeitig erster deutscher Meister der neuen Bundesliga. Erste FC Köln seit der Podcast.

00:00:10: Unbekannt Dadurch ankommt, dass Dr..

00:00:20: Sprecher 1 Auch im neuen Jahr haben wir natürlich diese wunderschöne Melodie für euch mitgebracht. Und auch im neuen Jahr gibt es natürlich wieder eine neue Folge vom FC Podcast mit einem weiteren Gast, der sehr, sehr nah dran ist am Team. Beziehungsweise eigentlich kann man sagen mitten drin im Team. Ich habe eben erfahren, man sagt nicht Spiel Analytiker, sondern Spielanalyst. Ganz wichtig unser Trainer Spiel Analyse Hannes Gold ist bei mir richtig.

00:00:45: Sprecher 2 Servus! Freut mich, dass ich hier sein darf.

00:00:47: Sprecher 1 Ich freue mich auch sehr, dass du dir die Zeit genommen hast. Du hast verraten relativ volle Woche gehabt. Anfang der Woche noch ein Trainerlehrgang fertig gemacht und jetzt mittendrin im FC Podcast.

00:01:01: Sprecher 2 Ja, war jetzt eine anstrengende Zeit, aber für den Podcast nehme ich mir natürlich sehr gerne Zeit und bin jetzt ja schon eine ganze Weile hier. Deswegen ist es mir eine Ehre, dass ich hier sein darf.

00:01:09: Sprecher 1 Du bist eine ganze Weile hier, das können wir schon mal vorwegnehmen. Über zehn Jahre mittlerweile den Geist Burg auf der Brust.

00:01:14: Sprecher 2 Richtig. Ich bin jetzt im elften Jahr. Ihr habt 2014 angefangen. Ist eine lange Reise gewesen. Bis hierhin.

00:01:21: Sprecher 1 Lass uns die auf jeden Fall ganz in Ruhe besprechen. Wir wollen klären, wie wird man eigentlich ein Spiel Analyst? Wie ticken die so? Wie sieht dein Alltag oder vor allem auch dein Spieltag aus? Wie bist du überhaupt dahin gekommen? Usw. Aber unser Podcast beginnt immer als allererstes direkt knallhart mit nach. Gehen wir rein. Die Startelf Startelf altbekanntes System sind elf schnelle entweder oder Fragen.

00:01:52: Sprecher 1 Entsprechend brauch ich jetzt noch nichts fürs nächste Spiel verraten, sondern einfach nur dich entscheiden zwischen zum Beispiel Hannes oder Oldie.

00:02:01: Sprecher 2 Hannes.

00:02:03: Sprecher 1 Analyse am Fernseher oder im Stadion. Im Stadion hab ich mir gedacht. Villingen, Schwenningen oder Köln? Köln. Mittlerweile schon eine Kölsch Jung mit den fast elf Jecken elf Jahre.

00:02:17: Sprecher 2 Ja, ja, in Köln bin ich tatsächlich schon länger in Köln begegnet.

00:02:19: Sprecher 1 Es stimmt.

00:02:20: Sprecher 2 Ich bin 2012 hergekommen. Deswegen und es ist auch nicht genau Feeling Schwenningen, sondern es ist, um genau zu sein, schon nach Zwillings Schwenningen bin ich nur geboren, ist ein ganz kleines Dorf, da wird es schwer werden. Aber wenn ich die Wahl zwischen Villingen, Schwenningen und Köln hätte, wäre es wahrscheinlich wärs Köln. Aber wenn ich die Wahl zwischen Schonach und Köln hätte, dann wird es schwieriger werden.

00:02:40: Sprecher 2 Es wäre aber jetzt, nach der ganzen langen Zeit auf jeden Fall Köln.

00:02:44: Sprecher 1 Kölle am Ring. Du bist fürs Studium an die Spree hoch hierhin gezogen.

00:02:48: Sprecher 2 Richtig? Ja, genau. Ich bin ja 2012 im Oktober an die Spur gekommen. Und das war der Grund, warum es mich nach Köln verschlagen hat.

00:02:57: Sprecher 1 Gute Wahl, wie ich finde. Kneipe oder Cafe? Kneipe, Drohne fliegen oder auf dem Sofa liegen.

00:03:07: Sprecher 2 Das ist schwierig. Das ist ein schwieriges entweder oder. Aber ich würde sagen, auf dem Sofa liegen.

00:03:14: Sprecher 1 Ist ja bei dir teilweise sogar auch mit Arbeit verbunden. Ich weiß, du warst mal in der Doku 24 sieben und da hast du auch ein Spiel analysiert. Einfach zu Hause von der Couch aus. Also Sofa ist nicht nur Freizeit bei dir.

00:03:28: Sprecher 2 Nähe Sofa ist nicht nur Freizeit bei mir. Das war tatsächlich vor unserem Convention Quali Spiel gegen fair war. Die hatten da abends noch ein Spiel und das wollte ich mir nicht im Büro angucken. Deswegen habe ich zu Hause geguckt und da kann es dann auch schon mal vorkommen, dass zu Hause auf dem Sofa gearbeitet wird.

00:03:42: Sprecher 1 Wie oft kommt das so vor?

00:03:45: Sprecher 2 Ich sag es mal so Explizite Arbeit auf dem Sofa nicht so häufig. Aber klar, wenn ich zu Hause Fußball schaue und es ist der kommende Gegner, dann hat das schon was mit Arbeit zu tun. Da habe ich meist schon ein paar Spiele gesehen, weil es dann häufig das letzte Spiel ist beispielsweise. Aber es kommt schon vor.

00:04:03: Sprecher 1 Dass ist das Visum Fahrlehrer Syndrom, dass wenn du jetzt auch mal privat Fußball guckst, ständig quasi der Fahrlehrer bist, der sich anschaut, wie sind die Taktiken, also kannst du überhaupt noch Fußball frei genießen?

00:04:19: Sprecher 2 Es ist schon so, dass man also wenn man es spiel, wirklich genau guckt und wenn man wirklich drin ist, dann ist es dieses Fahrlehrer Ding, dass man sagt okay, ich achte jetzt drauf. Welche Laufwege wie, wie laufen sie an, wie versuchen sie zu öffnen, welcher Struktur? Wenn ich allerdings dann mit Freunden Fußball schaue oder mit der Familie, dann unterhältst du dich nebenbei oder guckst ja eh nur mit so einem, ich würde es mal sagen halben Auge und dann funktioniert es schon.

00:04:44: Sprecher 2 Aber nichtsdestotrotz, wenn du was siehst, ist es halt so zack. Okay, vielleicht muss ich mir das merken. Vielleicht kannst du da noch was von lernen oder noch mal eine Szene rausziehen, um den Jungs zu zeigen, auch von anderen Mannschaften. Deswegen es ist immer dabei, aber man kann es schon einigermaßen abstellen.

00:05:02: Sprecher 1 Okay, machen wir weiter mit Laptop oder Tablet Laptop in der Kindheit, Fußballergebnisse per Radio oder per Videotext, per Radio, Poster oder Panini Hefte.

00:05:15: Sprecher 2 Panini Hefte.

00:05:17: Sprecher 1 Hast du ein volles.

00:05:19: Sprecher 2 Ein Schatz volles. Das letzte habe ich auch tatsächlich. Weiß nicht mehr bei welchen Turniers war. Das habe ich auf jeden Fall schon in Köln gewohnt. Ich glaube, es war die WM 2014. Da habe ich, glaube ich, mein Panini erst vollgemacht.

00:05:32: Sprecher 1 Gutes Timing. Damit kann man mal den Panini werden. Auf jeden Fall Spielanalyse oder Gegneranalyse.

00:05:39: Sprecher 2 Das Spiel Analyse.

00:05:42: Sprecher 1 Pep Guardiola oder Jürgen Klopp. Ja.

00:05:47: Sprecher 2 Gibt es von beiden was, was ich interessant finde? Aber ich würde sagen Jürgen Klopp.

00:05:51: Sprecher 1 Was findest du von wem interessant? Geht es da wirklich nur um den Fußball? Oder hast jetzt auch die Menschen mit einbezogen?

00:05:58: Sprecher 2 Also der erste Impuls, wie ich jetzt geantwortet habe, war reiner fußballbezogen. Also gerade Guardiola zeichnet sich ja eher durch Ballbesitz und Positionsspiel aus und Klopp eher durch Intensität und schnell hinter die letzte Linie kommen. Viel Tiefe, viel, ja der schnellste Weg zum Tor. So, deswegen sind beide Welten ganz interessant.

00:06:20: Sprecher 1 Lass uns da gleich auf jeden Fall gerne drauf eingehen. Ich merk schon, da kommen direkt die ersten Fachbegriffe raus. Autogramm schreiben oder Foto machen. Foto machen muss sagen kleines Anekdötchen. Ich habe für dich den Wagen, deinen Wagen auswärts gefahren nach Sag mal schnell wo nach Regensburg Genau in Regensburg natürlich. Da bin ich dann hingefahren mit deinem Wagen, weil du von dort direkt weiter musstest zum Arzt Lizenz Lehrgang und in der Tür hängen Autogrammkarten von dir.

00:06:49: Sprecher 1 Habe ich gesagt, es stimmt auch. Auch ein Ja Trainer ist gefragt in solchen Sachen.

00:06:54: Sprecher 2 Ja, kommt nur nicht so häufig vor, dass sie abgefragt werden. Das sind noch Autogrammkarten von den letzten paar Jahren drin.

00:07:00: Sprecher 1 Also ist.

00:07:01: Sprecher 2 Die sammeln sich dann.

00:07:02: Sprecher 1 Teile von Liebe Grüße Torwarttrainer Peter Gräber.

00:07:06: Sprecher 2 Ja, dies mit ganz viel Liebe von Peter.

00:07:07: Sprecher 1 Gemacht hat er sich selber so eine Sonnenbrille aufgemalt, statt zu unterschreiben. Ja, sehr sympathisch. Ich glaube auch das Trainerbüro ist wie so eine kleine Spielerkabine mit ein paar Witzchen usw.

00:07:18: Sprecher 2 Auf jeden Fall auf jeden Fall. Das muss auch so sein, sonst wäre es kein Fußball, weil es bleibt glaube ich immer und überall gleich.

00:07:26: Sprecher 1 Im Endeffekt ja, deswegen lief es glaube ich auch alle so. Ja, es ist bei Nervösität Fingernägel oder Kaugummi kauen.

00:07:34: Sprecher 2 Kaugummi kauen.

00:07:36: Sprecher 1 Das oft Kaugummi dabei ist. Das ist ein Ritual.

00:07:38: Sprecher 2 Oder Immer. Immer. Beim Spiel ist es so, da habe ich so ein Ritual, bevor ich dann hochgehe, dass mein Kollege, der Dennis ist schon oben.

00:07:47: Sprecher 1 Auf dem Stein. Genau.

00:07:48: Sprecher 2 Dann nehme ich erst mal mir Kaugummi mit und bei Heimspielen sitzt dann noch unser Trainer der Leihfracht bei uns. Dann nehme ich uns immer drei Magnesium Shots, die unten eine Zwischenbereich sind, mit nach oben. Und Kaugummi ist für mich ganz ganz wichtig.

00:08:07: Sprecher 1 Kommen wir zur letzten Frage Heim oder auswärts? Heim?

00:08:10: Sprecher 2 Ganz klar.

00:08:11: Sprecher 1 Heim. Ganz klar. Wieso die kurze Anreise? Oder ist es dann doch die Atmosphäre, die gewohnten Wege?

00:08:19: Sprecher 2 Also zuallererst und am wichtigsten ist es natürlich bei uns im Stadion. Ich glaube, so eine Atmosphäre findet man nicht so häufig in Deutschland und es ist einfach schön, wenn wir zu Hause spielen mit den Fans, mit der Energie, die da im Stadion ist. Und natürlich ist es auch schöner, im eigenen Bett zu schlafen, als auswärts zu sein und kürzere Wege zu haben, die Familie im Stadion zu haben.

00:08:41: Sprecher 2 Das sind schon so Aspekte. Deswegen ganz, ganz klar heim.

00:08:45: Sprecher 1 Auf eine Art haben wir ja beide ja jetzt ein Heimspiel hier im Geißbockheim. Auch wenn die Heimspiele an sich natürlich immer ein Energie stadion ausgetragen werden, ist es ja so, dass wir unser Haupt tägliche Arbeit hier am Geißbockheim verrichten und du noch deutlich länger als ich. Eben ist schon die Zahl gefallen. Mit elf Jahren. Was macht das mit dir, wenn du darauf zurückblickst, schon elf Jahre nicht nur Arbeitnehmer zu sein, nicht nur im Profifußball zu arbeiten, sondern dann auch noch bei einem Ich nenne jetzt mal stattlichen Klub dem erste FC Köln.

00:09:18: Sprecher 2 Ja, ich bin vor allem stolz darauf, was ich geschafft habe und dass ich bei so einem Klub in Profifußball arbeiten darf. Und ich weiß es wirklich jeden Tag zu schätzen, dass ich das machen darf, weil es einfach was ganz, ganz Besonderes ist. Gerade noch für so einen emotionalen oder sogar hochemotionalen Klub wie den FC.

00:09:38: Sprecher 1 Kann man sagen Ja.

00:09:40: Sprecher 2 Zu arbeiten, das ist schon wirklich was Besonderes. Und wenn ich so zurückblicke, als ich nach Köln gekommen bin oder als ich den Entschluss gefasst habe, nach Köln zu kommen, dann war das so ein Traum. Ob es jetzt dann der FC war, war ja nicht klar. Aber es war ein Traum, in diesem Bundesliga Setting Profifußball Setting zu arbeiten und das hätte ich damals nicht so wirklich für möglich gehalten, auch wenn ich es probiert habe.

00:10:06: Sprecher 2 Aber jetzt ist es so und ich bin wirklich so, wie ich es schon gesagt habe, sehr stolz darauf.

00:10:10: Sprecher 1 Trotzdem in all den erfolgreichen Jahren von die ist es jetzt dein Podcast Debüt oder hast du schon mal irgendwo gastiert vom Mikrofon?

00:10:17: Sprecher 2 Nein, ich habe noch nie irgendwo gastiert. Wobei doch, muss ich korrigieren. Ich habe bei Guido Ostrowski mal, ich weiß nicht mehr wofür es war. Ich glaube doch, es war sein Podcast. Mein kurzes.

00:10:27: Sprecher 1 Intermezzo Podcast.

00:10:29: Sprecher 2 Ja genau, da war ich mal für ein kurzes Intermezzo da. Also ist es doch nicht ganz nur Podcast.

00:10:33: Sprecher 1 Nicht aber das Debüt.

00:10:34: Sprecher 2 In der Länge. Und ich glaube, wir werden uns ein bisschen unterhalten hat ist doch geil.

00:10:38: Sprecher 1 Dann sag uns doch mal als Video Analyst inwieweit bist du ein Techniknerds und inwiefern? Wie weit bist du ein Fußballfanatiker?

00:10:48: Sprecher 2 Ich würde sagen 100 % Fußballfanatiker und Technik muss ich dazulernen. Also ich kann mich schon ein bisschen mit Computern aus und den Rest habe ich dazugelernt. Tatsächlich? Also auf dem Stand, wie ich jetzt bin, war ich, als ich angefangen habe, definitiv nicht. Wäre auch gar nicht möglich gewesen, weil es einfach Themen sind, die hat man jetzt so in seiner Jugend glaube ich, nicht beschäftigt.

00:11:11: Sprecher 2 Es sei denn, man ist wirklich Nerd. Und ja, beim Rest hat mir vor allem Google geholfen, dass ich viel über Technik gelernt habe.

00:11:18: Sprecher 1 Sehr viel Tutorials angeguckt. Du hast an der Spoho an der Deutschen Sporthochschule hier in Köln studiert, weshalb du dann auch hierher gezogen bist. Ab wann war es eine Möglichkeit für dich, in die Spielanalyse zu gehen? Oder war das sogar schon immer die Idee?

00:11:35: Sprecher 2 Das war schon relativ früh die Idee, weil es, glaube ich, nicht so einfach ist, ein Einstieg zu finden im Profifußball. Vor allem muss man jetzt noch bei mir dazu sagen ich habe ja mehr oder weniger direkt den Einstieg bei den Profis geschafft. Und meistens funktioniert es ja, dass man irgendwie mal im Netz arbeitet oder über eine andere Ecke kommt.

00:11:57: Sprecher 2 Das war bei mir jetzt nicht so direkt der Fall. Ich habe in der Spur angefangen zu studieren, habe beim FC Fußballschule als Trainer gearbeitet und habe bei einem Projekt zwischen Sporthochschule und DFB dran teilgenommen. So ein Spielanalyse Projekt für die WM 2014. Also falls du dich erinnerst Zettel, den Jens Lehmann 2006 bei der WM gegen Argentinien dabei hatte bei 11 Meter schießen da.

00:12:20: Sprecher 2 Zu der Zeit entstand das Projekt mit dem DFB und mit der Sporthochschule.

00:12:25: Sprecher 1 Pünktlich zeitgleich mit dem vollen Panini Heft.

00:12:29: Sprecher 2 Ja, ist es richtig? Ja. Und dann habe ich da 2012 angefangen, mehr oder weniger eine Ausbildung zu genießen in Sachen Spielanalyse. Worauf legt man Wert? Welche Programme gibt es? Wie baut der DFB auf? Wie strukturieren sie das? Was sind Inhalte, was im DFB wichtig sind? Und da durfte ich dann quasi im Backoffice für die Analysten vor Ort bei der WM 2014 in Köln Mannschaften vorbereiten und das Turnier begleiten.

00:12:55: Sprecher 2 Und daraus entstand dann durch diese Kombination mit Sporthochschule und Analyse plus meine Tätigkeit, die ich beim FC in der Fußballschule hatte, die Möglichkeit, dass ich ein Praktikum in der Spielanalyse bei den Profis machen durfte. Und dann nahm die Dinge ihren Lauf.

00:13:12: Sprecher 1 Und jetzt muss ich mal kurz zurückdenken vor zehn Jahren, Wer hat dann hier so, wer ist hier so aufgelaufen? Da waren dann logischerweise schon Timo Horn und Jonas Hector dabei. Aber du kommst dann als Sportstudent und analysierst auf einmal bis im Team mit echt schon gestandenen Bundesligagrößen. Sag uns, was da im 21-jährigen Hannes vorging.

00:13:31: Sprecher 2 Es war verrückt. Es war wirklich verrückt, weil auf einmal ist man in der Welt, von der man eigentlich nur geträumt hat. Also ich komme aus einem wirklich ganz kleinen Dorf aus dem Schwarzwald und da hat man jetzt nicht so viel Berührungspunkte mit Profifußball. Klar waren wir mal im Stadion, aber dass man so hautnah mitten drin ist, das habe ich mir eigentlich noch nicht mal so richtig zu erträumen gewagt.

00:13:54: Sprecher 2 Klar war es mein Ziel, aber dass es dann so schnell und so plötzlich kommt, das war verrückt. Vor allem. Also als ich angefangen habe, waren die ersten zwei Spieltage schon vorbei und der zweite Spieltag war in Stuttgart Und da war ich noch mit meinem Bruder im Stadion. Und am dritten Spieltag gegen Paderborn war ich dann auf einmal mitten drin.

00:14:14: Sprecher 2 Und das war ja Wahnsinn. Einfach Emotion pur, Freude, aber auch ganz viel Ehrfurcht davor, dass halt auf einmal die Jungs, die du eigentlich nur aus dem Fernsehen kennst, jetzt quasi deine Jungs sind und du mit den arbeitest.

00:14:30: Sprecher 1 Bei welchem Stadionbesuch oder vielleicht sogar bei welchem Spiel konkret hattest du am meisten Ehrfurcht oder einen besonderen? Wow, Moment.

00:14:41: Sprecher 2 Also klar, eigentlich war es in jedem Stadion zu Beginn erst mal so Wow! Was Besonderes war für mich Dortmund, weil mein. Mein Vater war Dortmund Fan und mein Bruder ist FC Fan. Deswegen kann ich diese FC Seite schon auch die Heimspiele und dann hat es natürlich ein bisschen, also ist jetzt ein bisschen Zeit dazwischen zwischen meinem Anfang und dem Erreichen der Europa League.

00:15:02: Sprecher 2 Aber so ganz unglaublich im Moment war einfach, als wir uns gegen Mainz für die Europa League qualifiziert haben. Diese Energie und diese Stimmung im Stadion, das war einfach unglaublich.

00:15:17: Sprecher 1 War auch vorletzte Folge Thema. Guido Ostrowski war hier zu Gast und der Mann, wie er das kommentierte, das haben wir uns dann gemeinsam noch mal angehört. Da wird ja wirklich durch dieses Radiomikrofon bewusst, was das für ein Moment gewesen sein muss. Also ich hatte so original noch mal Gänsehaut und du dann mittendrin. Als Teammember wird man dann ein stückweit süchtig von.

00:15:40: Sprecher 1 Ist das das, wofür du arbeitest?

00:15:43: Sprecher 2 Ja, natürlich. Also ich glaube, wenn man Fußballfan ist, dann liebt man genau diese Momente. Wenn es im Stadion Emotionen gibt, wenn einfach alle glücklich sind und diese Atmosphäre herrscht. Und ja, man wird schon ein bisschen süchtig danach, dass Woche für Woche zu haben.

00:16:03: Sprecher 1 Jetzt soll uns direkt mal, wenn wir gerade beim beim Thema Stadion sind rein in deine Art dann das Spiel zu schauen. Ich weiß, dass du und Hockey Dennis Huckgestein Liebe Grüße Dein Partner in spe in Sachen Videoanalyse. Ihr baut immer direkt an der Trainerbank ein Tablet auf und einer von euch beiden geht hoch auf die Pressetribüne, um das Ganze von oben zu schauen.

00:16:27: Sprecher 1 Und einer von euch ist dann unten auf der Bank. Es ist richtig soweit nicht mehr.

00:16:32: Sprecher 2 Tatsächlich. Also die letzte halbe Syrizas nach unten auf der Bank und der Hocke war oben. Jetzt ist es so, dass wir beide oben sitzen und der Bernd unser Trainer unten am iPad, dass das Ganze.

00:16:44: Sprecher 1 So. So funktioniert die Kommunikation.

00:16:46: Sprecher 2 Da siehst.

00:16:46: Sprecher 1 Du mal, wie wenig ich auf eure Bank achte, weil.

00:16:49: Sprecher 2 Also ich bin nicht mehr auf der Bank ist, sitzt wieder oben. Nee, Aber generell geht es darum, dass wir ein Setting schaffen, um auf der Bank so viele Informationen wie möglich zu haben, um Entscheidungen treffen zu können. Gerade dann für Gerhard, dass er über Bernd und über Nike informiert wird, was wir von oben sehen. Oder? Manchmal ist es auch so, dass der Gerhard sagt, er will die und die Szene für die Halbzeit haben.

00:17:10: Sprecher 2 Und dann spricht er mit dem Bernd über. Also wir sind über Funk miteinander verbunden und ja, so ist das dann so eine Wechselwirkung, die wir, die wir haben.

00:17:19: Sprecher 1 Und dann schaut ihr nicht das normale Skyfeed, sage ich mal, mit Wiederholungen könnt ihr wahrscheinlich auch drauf zugreifen, aber de facto habt ihr ja erst mal das gesamte Spielfeld als Bild. Plus ich habe so einen Screenshot gesehen von eurem Tool, da sind ja Statistiken ohne Ende. Könnt da sicherlich vieles filtern. Also wenn ich das mal bildlich beschreibe, es so oben rechts ein Fenster mit dem Spielfeld links ist so eine Art Heatmap.

00:17:44: Sprecher 1 Unten ist wie so eine Excel Tabelle mit Ich weiß gar nicht was für Daten. Vielleicht beschreibst du jetzt mal das, was ich konkret umrissen habe. Was kannst du da alles theoretisch sehen oder was? Worauf legt er den Fokus?

00:17:57: Sprecher 2 Na also. In allererster Linie schaue ich Spiel und ich schaue auch nicht auf dem Bildschirm permanent, sondern ich schaue aufs Feld und bin wirklich mittendrin im Spiel und schaue, ob der Plan so funktioniert, wie wir uns oder wie wir uns ausgedacht haben. Oder ob wir irgendwas verändern müssen. Dann ist es so, dass generell der der Hucke das Spiel mal in Stegen quasi die Szenen schneidet nach den unterschiedlichen Spielphasen.

00:18:23: Sprecher 2 Und dabei haben wir verschiedene Kamerawinkel, während zum einen das Scouting fehlt, wo man quasi das ganze Spielfeld sieht bzw immer alle Feldspieler. Wir haben hinter zwei Kameras und wir haben das TV Bild um Wiederholung zu schauen wegen Entscheidung. Generell ist es dann so, dass der Hockey eben das Spiel checkt und bei mir auf dem Computer die Szenen einlaufen.

00:18:44: Sprecher 2 Genau so wie unten beim Bernd auf dem iPad. Und auch der Peter, unser Torwarttrainer, hat auch nur ein paar da stehen, Die können alle auf die sehen drauf zugreifen. Und mein Job ist es quasi erst mal nur anhand der Bilder zehn rauszusuchen, die für die Halbzeit potenziell interessant sein könnten, die wir der Mannschaft zeigen, die ich aber auch erst mal dem Trainerteam zeige, wo wir dann Diskussion gehen, ob wir was anpassen und wie wir was anpassen und was die Idee für die zweite Halbzeit ist oder ob auch vielleicht einfach alles so gut ist, wie es gerade läuft.

00:19:18: Sprecher 2 Dann haben wir und das hast du gerade angesprochen hat es verschiedene Felder und Pfeile und Hitmaps. Das sind einfach. Darstellungen von Themen, die wir im Matchplan quasi verankert haben. Wenn wir sagen, wir wollen vielleicht den einen Innenverteidiger ein bisschen offen lassen, so dass der Gegner über über diesen Innenverteidiger öffnet, dass wir ihn pressen können, dann haben wir da die Werte dazu.

00:19:42: Sprecher 2 Wie viele Pässe hat er denn nach vorne gespielt, Wie viele sind angekommen, wie viele nicht? Oder es gibt eine Heatmap, wo wir einfach nur auf einen Blick sehen können, wo haben wir unsere Ballgewinne? Sind die Zonen, wo wir denn auch eigentlich den Ball gewinnen haben wollen? Oder ist vielleicht was anders? Das sind alles so kleine Informationen, die so ein Stück zum großen Puzzle dann mit dazu bringen.

00:20:05: Sprecher 2 Und das muss jetzt nicht unbedingt sein, dass ich die dann an den Trainer oder an die Trainer weitergebe, sondern es ist einfach für mich, dass ich ein rundes Bild von dem Spiel und vor allem von der ersten Halbzeit dann kriege, wenn es dann darum geht, in der Halbzeit in der Pause miteinander zu sprechen.

00:20:21: Sprecher 1 Vielleicht trödeln wir das gleich einmal kurz ruhig auf. Ab wann beginnt so die Spieltags? Vorbereitung? Wie sieht der Spieltag aus? Wie sieht die Nachbereitung aus? Vorher noch die Frage. Man könnte ja meinen, du warst selber Trainer in der Hans Flo Fußballschule und stehst selber auf dem Platz. Mittlerweile bist du nicht mehr an der Seitenlinie, sondern auf der Pressetribüne.

00:20:41: Sprecher 1 Jetzt sagt man vielleicht, da geht das Trainerfeeling verloren oder man hat nicht so den Kontakt zur Mannschaft, wie man das gewohnt ist. Andererseits kannst du ja von deiner Position das Spiel viel besser beobachten. Kannst du da abwiegen, was dir besser gefällt? Ob lieber oben sitzen oder unten sitzen? Nee, also.

00:21:02: Sprecher 2 Ich glaube, für jeden Fußballer ist erst mal unten sitzen das schönere, weil du viel näher dran bist. Und die Emotionen sind andere.

00:21:12: Sprecher 2 Von oben ist es aber nichts anderes, weil da geht es ja rein um Inhalt. Und wenn ich unten sitzen würde, wird es genauso um den Inhalt gehen. Ich sehe es von oben bisschen besser und es ist einfach eine Aufgabenteilung, die wir so gemacht haben. Weil letzten Endes, wenn wir von oben drauf schauen, ist es halt wichtig, dass wir die Szene haben, ob alles passt oder nicht.

00:21:32: Sprecher 2 Deswegen ich würde es jetzt gar nicht so pauschalisieren, was jetzt besser oder schlechter ist. So, wenn ich es mir jetzt aussuchen könnte, einfach aus normaler Sicht würde ich sagen, ich würde eher auf der Bank sitzen, aber von oben ist es halt einfach. Du siehst viel, viel mehr und viel, viel effektiver und viel klarer als von der Bank. Weil wenn du auf der Bank sitzt, dann hast du den Cheftrainer, der vor dir steht, Dann hast du den Gegner Cheftrainer, dann hast du den vierten Offiziellen und du siehst halt häufig weniger als von oben.

00:22:00: Sprecher 2 Das sowieso. Man hat dann das iPad, wo das Bild mitläuft. Aber um für taktische Inhalte zu schauen, ist es von oben natürlich besser.

00:22:08: Sprecher 1 Und jetzt haben wir eben darüber gesprochen, was für Matchpläne da zustande kommen, die ihr im Blick haltet, wie ihr sogar einzelne Spieler anschauen könnt, deren Werte. Ich hatte ein Beispiel gesehen, wo du beschrieben hast, dass du die Abschlüsse des Torwarts genau anschauen kannst, um zu entscheiden oder zu sehen, in welche Richtung er immer den Abschlag macht. Das ist ganz schön Multitasking, Ganz schön viel zu tun für 45 Minuten oder?

00:22:38: Sprecher 2 Ja, das ist es. Aber wenn wir ins Spiel reingehen, dann weiß ich ja schon, wo es eigentlich hingeht, weil wir uns damit beschäftigt haben. In der Vorbereitung, was wohl auf uns zukommen wird. Deswegen habe ich in meinem Kopf eigentlich schon eine ganze Information. Ich habe diese Felder dann für zu den Abschuss. Wenn wir jetzt in der Spielvorbereitung beispielsweise sind, dann ist es was anderes.

00:22:59: Sprecher 2 Dann gibt es dieses Beispiel, wo der erste Pass beim beim Abschluss hin, wo geht der zweite und wo der dritte passt. Um einfach schon mal ein Muster zu erkennen, ohne überhaupt ein Bild gesehen zu haben. Auf welche Seite spielen Sie denn eher? Das ist relativ simpel, aber um diese Information zu kriegen wenn du dir jede einzelne, jeden einzelnen Clip anschaust, bräuchtest du halt länger und deswegen sind Daten für uns dann schon recht hilfreich.

00:23:24: Sprecher 2 Was jetzt aber im Spiel selbst gar nicht so die Relevanz jetzt immer hat. Also es gibt so paar Punkte, auf die wir wirklich gucken, aber jetzt nicht, dass alles so relevant ist.

00:23:36: Sprecher 1 Okay, also man muss schon im Kopf und vielleicht auch ein bisschen vor filtern, dann machen wir das jetzt mal ganz kleinteilig. Wieso deine Arbeit aussieht. Sagen wir, Samstag ist gerade das erste Spiel eins Heimspiel und der darauffolgende Samstag ist Spiel zwei auswärts. Ab wann und wie bereitest du dich auf Spiel zwei vor?

00:23:57: Sprecher 2 Also der Hockey fängt meistens schon ein bisschen früher an, Spiele vom Gegner zu schauen. Ich versuche dann immer, spätestens am Tag vor Spiel eins für Spiel zwei schon das erste Spiel zu schauen. Das heißt, wir versuchen eigentlich eine Woche vor zu arbeiten. Das ist an dem Wochenende, wo wir Spiel eins haben. Schon so weit bin, dass wenn die Mannschaft von Spiel zwei an diesem Wochenende spielt ist dann eigentlich mit Abschluss des Spiels, wenn ich das gesehen habe, mehr oder weniger den Plan im Kopf habe für mich oder die Idee im Kopf habe, wie es aussehen könnte, so dass wenn wir in die neue Trainingswoche gehen, wir schon so viele Informationen haben, dass wir im Trainerteam

00:24:39: Sprecher 2 schon drüber sprechen können. Also quasi am ersten Tag von der neuen Woche, dass wir uns zusammensetzen, was den Inhalte, was den möglichen Themen, die auf uns zukommen, um dann einfach in der Trainingsplanung auch darauf einwirken zu können und das dann einfach so zu gestalten, dass es so schnell wie möglich geht, um keine Zeit zu verlieren. Deswegen fangen wir eigentlich immer schon eine Woche vor dem eigentlichen Spielen.

00:25:00: Sprecher 1 Also während du dann noch zum Spiel eins, zum zum Heimspiel reist, hast du dich eigentlich schon fürs nächste Auswärtsspiel gedanklich beschäftigt? Auch auch wieder da Multitasking scheinst du so ein bisschen Talent zu haben, wenn du sagst, du gehst dann in die Woche mit einer Idee, was konkret sind diese Ideen? Also teilst du dem Trainer mit, wie der Gegner spielt oder teilst dem Gegner mit dem Trainer schon mit, was seine Stärken und Schwächen sind?

00:25:32: Sprecher 2 Beides. Also es gibt immer die Vorstellung des Gegners, Das macht ihn stark. Wo sind vielleicht Schwächen? Und ich habe aber natürlich unsere Idee auch permanent mit dem Kopf. Das heißt, wir schauen vorrangig auch Spiele vom Gegner, die vielleicht relevant sind für uns. Da kann es auch mal sein, dass das letzte Spiel vom Gegner eine Woche, bevor wir gegen die spielen, gar nicht so eine extrem hohe Relevanz hat, weil der Gegner vielleicht ein unterschiedliches System spielt im Vergleich zu uns.

00:26:01: Sprecher 2 Und dann sind Abläufe einfach meistens bei Mannschaften anders. Wenn das nicht das gleiche System ist wie wir spielen so, man kann da trotzdem noch andere Inhalte rausziehen. Aber so dieses große und Ganze kriegt man eher aus Spielen, wo der Gegner vergleichbar zu uns spielt oder zumindest ähnliche Systeme. Und ich gehe dann rein und habe zehn vom Gegner dabei, aber auch immer schon mit der Idee, für eine Lösung aus unserer Art und Weise Fußball zu spielen und aus unserem System.

00:26:33: Sprecher 2 Also ich zeig eigentlich nur relevante Szenen, die in unsere Idee passen, wo es aber vielleicht Anpassungen von uns braucht oder über die wir diskutieren müssen, ob wir vielleicht mal mit einem Sechser rausverteidigen oder Kleinigkeiten. Einfach wo es dann innerhalb des Plans und geht das dann zusammen über die Woche zu entwerfen und dann zwei Tage vor dem Spiel und am Tag vor Spiel der Mannschaft zu zeigen.

00:27:02: Sprecher 1 Womit fängst du an? Du schaust. Wir nehmen jetzt einfach mal wirklich das konkrete Beispiel Hamburger SV als erstes Rückrundenspiel. Was ist der erste Blick? Ist das die Formation? Wie die aufgestellt sind, womit sie in Angriff und Defensivverhalten agieren?

00:27:18: Sprecher 2 Ja, das ist das erste. Also generell einfach grob einen Überblick zu bekommen. Jetzt ist es beim HSV immer ein bisschen schwieriger, mit den Trainer wechseln zu sagen, Sie spielen jetzt das oder spiel nur das System. Aber generell geht es erst mal darum zu schauen, Was spielen sie überhaupt für ein System und gegebenenfalls gegen welche Gegner haben Sie denn überhaupt gespielt und welche Gegner passen da eher zu uns vom System her?

00:27:41: Sprecher 2 Und dann schauen wir uns Spielern, also wir gehen erst einmal rein und schauen quasi die Systeme an, was passen könnte und danach werden wir die Spieler aus und dann geht es natürlich in die Tiefe und dann schaue ich mir ist schon mal mindestens eins Spiel 90 Minuten an und mache den Rest viel über Daten quasi über. So wo wir gerade drüber gesprochen haben.

00:28:02: Sprecher 2 Um bei dem Beispiel zu bleiben bei den Abschlüssen kann ich mir aus allen Spielen die Abschlüsse rein laden und sehe schon, auf welche Seite sie eher spielen oder wo der letzte Ball in der Abschlusssequenz hingeht, der hoch guckt sich zwei drei mal bei vier Spiele an und stellt mir die dann in einer Präsentation zur Verfügung, die auch nach den Spiel phasen gegliedert ist und wo relevante Szenen für uns drin sind in unserer Idee, die wir dagegen spielen wollen.

00:28:30: Sprecher 1 Wie kommt dann eure eure abstrakte Analyse auf den Fußballplatz, in dem Also wie sieht eigentlich konkret dann die Kommunikation auch mit Gerhard Struber oder dem gesamten Trainerteam aus?

00:28:43: Sprecher 2 Also wir sitzen sowieso jeden Morgen zusammen vor dem Training. Zwei Stunden vorher haben wir über unsere Sitzung und da sprechen wir zum einen drüber, aber es ist auch ein stetiger Austausch. Also wenn wir im Büro sind, dann sprechen wir schon einfach darüber, wie kommt, wie spielt der kommende Gegner, was erwartet uns da, Was könnten Ideen sein? Also kann es auch mal sein, dass es einfach bei einem Kaffee und es muss jetzt kein Meeting in dem Sinne sein einfach zusammengesessen wird und wir drüber sprechen?

00:29:10: Sprecher 2 Was könnten Ideen sein? Was sind Herausforderungen? Aber wir nehmen uns natürlich auch die Zeit, dass wir uns dann wirklich explizit hinsetzen und den Gegner einmal anschauen, wo ich dann vorstelle, wie. Wie ich das sehe. Der Trainer hat sich dann auch schon ein, zwei Spiele angeguckt und kommt dann mit seiner Sichtweise dazu. Und so bauen wir dann aus den Ideen, die wir beide oder die wir alle reinbringen, der Bernd und der Hook auch und denke genauso kommen wir dann irgendwann zu einem Plan und entscheiden uns dafür.

00:29:44: Sprecher 2 Wir machen so und dann arbeiten wir es so auf, dass es grafisch für die Jungs nachvollziehbar ist, also mit wirklich mit Bildern. Aber gerade mit diesen Grafiken, die man jetzt auch aus dem Fernsehen kennt, mit Kreisen und mit Pfeilen, Feldern, aber so, dass es so einfach wie möglich verständlich ist für die Jungs, was wir wollen und worauf es ankommt.

00:30:05: Sprecher 2 Und danach wird es auf dem Platz meistens auch trainiert.

00:30:07: Sprecher 1 Und dann stehst du wie Erik Meyer in der Halbzeit Analyse vor den Jungs und Tipps, spiele an und schieb sie hinterher. Kann ich mir das so vorstellen?

00:30:15: Sprecher 2 Ja, das macht der Trainer. Aber das ist quasi das von Erik Meyer. Das ist ein gutes Beispiel. Bei uns ist aber schon fertig, so dass der Trainer nichts mehr hin und her schieben muss, sondern diese, diese Animationen, die stehen dann und die gehen wir zusammen durch. Und so wird es dann der Mannschaft präsentiert, dann gehen wir raus und dann trainieren wir auch den jeweiligen Inhalt.

00:30:33: Sprecher 1 Und wenn ihr das dann sage ich mal bei uns im Kinosaal besprecht, ihr holt die Jungs auch einmal zur Videoanalyse. Frage eins Worauf ist mehr der Fokus? Also sagt ihr hier, wir sind weiß und wir bewegen uns so und reagieren so darauf. Oder macht ihr es andersherum? Ihr habt dann die blauen HSV Spieler und sagt die machen so und so, wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem, wenn ich das so ausspreche.

00:30:57: Sprecher 2 Jetzt ist es ja genau, es ist eine Mischung aus beidem. Also wir haben es einmal untergliedert in zwei Sitzungen, quasi zwei Tage vor dem Spiel, haben wir immer unser Spiel mit Ball und das Spiel gegen den Ball vom Gegner plus dann umschalten. Jetzt muss ich gerade selber überlegen Unser Umschalten defensiv für uns und am Tag vor dem Spiel haben wir unser Spiel gegen den Ball und die offensive Umschaltphase, die wir bearbeiten.

00:31:24: Sprecher 2 Also haben es da schon mal gesplittet und die Standards kommen dann auch noch mal separat in der Sitzung dazu. Bzw kommen dann je nach Spielzeit gibt es eine separate Sitzung oder werden nach einer der beiden anderen Sitzungen gemacht. Ziel ist es eigentlich immer, die Szenen so klar wie möglich und so nah wie möglich an unserer Idee zu haben.

00:31:45: Sprecher 2 Das heißt, im Optimalfall finde ich eine Szene, wo ich keinen einzigen Spieler verschieben muss, sondern nur klar machen muss, wie sind die Abläufe mit Reisen, mit Feldern etc. pp. Aber ansonsten bauen wir uns halt Szenarien, dass die Jungs verstehen, wer hat wo zu stehen, mit Pausen, mit, mit Pfeilen, mit mit Abläufen, mit Abfolgen, wer wohin muss, in welcher Situation oder wie wollen wir welche Situation lösen mit dem Ball?

00:32:15: Sprecher 2 Wo wollen wir vielleicht Gegenspieler rausziehen? Wo wollen wir die letzte Linie brechen? Wie wollen wir öffnen? So ist es dann quasi nacheinander gegliedert, aber immer so simpel wie möglich, dass die Jungs so schnell wie möglich und so also ja so schnell wie möglich verstehen. Und das ist immer so nah wie möglich. An unserer Idee ist.

00:32:36: Sprecher 1 Also so früher, wie mein kreisiger Trainer an der Magnettafel die Figürchen verschoben hat, so macht ihr das ein bisschen plastischer und anhand echten Beispielen kann man das so runterbrechen.

00:32:45: Sprecher 2 Ja, genau so kann man das runterbrechen. Und wir nehmen auch häufiger mal Szenen von unseren Spielen mit rein. Also abseits der Nachbereitung nach dem Spiel, sondern auch in der Gegnervorbereitung. Wenn wir jetzt beispielsweise der HSV hat, macht irgendwas ähnlich wie ein Gegner, der, den wir zuvor hatten, dann nehmen wir da auch öfters mal Szenen aus dem jeweiligen Spiel, das dann passen könnte, um es einfach zu zeigen, was unsere Lösung war und wie wir es gut gemacht haben.

00:33:13: Sprecher 1 Hast du dann in deinem Kopf gedankliche Schubladen von Hey, wir haben jetzt 18 bzw 17 Zweitligateams, gegen die wir antreten und dann sind da drei in der Schublade A, die eher für Offensivfußball stehen. Und dann haben wir noch fünf Teams, die stehen eher für zerstörerisch und dann haben wir noch mal zwei, die stehen für absolutes Tiki Taka. Ist das so?

00:33:32: Sprecher 1 Da hast du es in den Schubladen.

00:33:34: Sprecher 2 Ja, ja, das habe ich Und auch vor allem die Systeme, die es jeweils spielen und wie die einzelnen Mannschaften auf Dinge reagieren. Weil wir sehen die Mannschaften ja nicht nur in der Vorbereitung aufs jeweilige Spiel, sondern häufig gibt es auch Mannschaften, die dem Spielplan uns recht ähnlich sind bzw vorgeschaltet. Als es in diesem Jahr beispielsweise Braunschweig ganz ganz viel, sodass hier viele Braunschweig Spiele gucken, wenn es dann doch auch mal passt, gerade wegen der Dreierkette.

00:34:02: Sprecher 2 Verstehe. Ja, aber so hast du dann relativ schnell, also zu Beginn der Saison ist das immer so ein bisschen eine Findungsphase, gerade jetzt. Neue Liga ist dann doch nicht so tief drin wie jetzt in der Bundesliga, wo man schon weiß, okay, die machen ja das, die machen das. Der Trainer steht für das, weil das weiß man dann ja auch schon früh, wenn Trainerwechsel stattfindet und man kennt den Trainer schon, was seine Idee.

00:34:26: Sprecher 2 Häufig ist es dann ja schon vergleichbar zur Station davor und man hat schon mal eine Idee, in welche Richtung das gehen könnte.

00:34:34: Sprecher 1 Was ist jetzt, wenn wir im DFB Pokal spielen gegen den Sechsligisten? Da existiert kein Videomaterial. So hast du dann eine Woche Überstundenausgleich. Füße hoch.

00:34:45: Sprecher 2 Na nee, wir bereiten uns auf jedes Spiel tatsächlich gleich vor. Also wir sind vielleicht vom Umfang her dann ein bisschen geringer, aber die Vorbereitung sieht schon gleich aus. Es bedeutet, wir versuchen, uns Spiele zu organisieren. Und das funktioniert auch meistens, weil das auch in Amateurligen mittlerweile viel Material von Spielen gibt und bereiten uns trotzdem so vor wie jetzt auf den zweite Liga spielen diese auch mit Standards und mit mit allem, was dazugehört.

00:35:15: Sprecher 1 Wenn du vor den Jungs stehst und deine Analyse präsentierst welche gibt es? Gibt es Fakten, die auf jeden Fall immer präsentiert werden?

00:35:27: Sprecher 2 Ähm, tatsächlich nicht. Also die Aufstellung, eine potenzielle Aufstellung wird es immer geben von einem Gegner. Diese Saison mache ich es jetzt auch nicht mehr, sondern der Gerhard stellt dann auch die Gegner vor. Aber generell versuchen wir das alles so zu verpacken, dass wir viele Inhalte rüberkriegen, ohne was zeigen zu müssen, also bestimmte Daten oder so, aber wir benutzen häufiger bestimmte Daten wie zum Beispiel tiefe Laufwege in Ballbesitz, gerade in der Nachbereitung oder vor allem aber auch für uns selber im Trainerteam, dass wir schauen nach jedem Spiel okay, haben wir die und die Fakten erreicht und wie ist der kommende Gegner und wo müssen wir vielleicht ein bisschen darauf achten?

00:36:13: Sprecher 2 Oder an welcher Stellschraube müssen wir drehen? Aber dass wir sie so explizit immer sagen okay, das und das und das ist wichtig, das oder das zeigen wir den Jungs, das aber eigentlich nicht.

00:36:23: Sprecher 1 Gibt es für dich persönlich bestimmte Spielphasen, Szenen? Gibt es irgendwas, was du am liebsten analysiert, analysierst? Ist das wie der Fußballprofi macht lieber Torschuss als Sprint? Training? Gibt es auch was bei Videoanalysten, die das eine weniger gerne machen, das andere ein bisschen lieber?

00:36:44: Sprecher 2 Ne, Tatsächlich, es findet Alles Spiel Phasen sehr, sehr interessant. Bei Standards bin ich jetzt gar nicht mehr so tief drin, weil das alles der Hucke macht. Mittlerweile zusammen mit dem Hinke. Das ist eine gute Kombination.

00:36:57: Sprecher 1 Denn so gestellt und Thomas Hickersberger gehört überraschende Spitznamen Kombi Hickel und Hucke.

00:37:04: Sprecher 2 Die zwei machen die Standards Sing Das schaue ich jetzt. Klar schaue ich die, sehe ich die Standards. Aber ich bin nicht so tief drin, wie es jetzt der Hocker dann in dem Fall ist und der Hicke. Aber wenn ich mich jetzt entscheiden müsste zwischen der Spielphase, wo ich einfach das ganze Spiel, weil ich die Dynamik, die Ideen dahinter das eine bedingt häufiger mal das andere ist schon spannend alles.

00:37:26: Sprecher 1 So, jetzt sind wir wieder ein bisschen vom Spieltag abgewichen. Jetzt kommen wir mal ein Stück zurück. Du hast dann vorbereitet, Du hast den Jungs gesagt im Videoanalyse Raum bzw jetzt aktuell Gerd Stuber So und so wollen wir es angehen. Dann sagen wir Samstag, 13:00 Anpfiff. Ab wann bist du im Stadion?

00:37:47: Sprecher 2 Meine Abläufe sind so wie die der Mannschaft. Also ich bin voll im Trainerteam integriert.

00:37:53: Sprecher 1 Wir kommen auch mit Mannschaftsbus angereist.

00:37:56: Sprecher 2 Ja, genau. Wir treffen uns bei Heimspielen, wie wir jetzt bei diesem 13:00 Beispiel bleiben meistens drei Stunden vorher zum Essen mit der gesamten Mannschaft am Geißbockheim. Geißbockheim Genau. Wir sind aber schon früher da. Tatsächlich? Ich bin meistens schon morgens da und mach doch was für den kommenden Gegner oder bereit noch die letzte Sitzung vor, die wir dann am Spieltag selbst noch halten.

00:38:19: Sprecher 2 Und ja, dann haben wir Essen, dann haben wir die Matchplan Sitzung und dann geht es auf einen kleinen Spaziergang und dann geht es schon in Richtung Rhein Energie Stadt. Das heißt wir kommen dann so circa eine Stunde 15 vorher im Stadion an und dann ist es ganz normal. Die Abläufe wie von der Mannschaft auch.

00:38:36: Sprecher 1 Die sind dann deine Abläufe konkret.

00:38:38: Sprecher 2 In.

00:38:39: Sprecher 1 Du läufst du ja nicht mit waren.

00:38:40: Sprecher 2 Erst mal erst mal relativ viel warten wobei bis die Aufstellung des Gegners da ist. Zu Hause haben wir einen großen Monitor, wo wir die Standards in mit Bildern durchlaufen lassen und wo dann auch die Aufstellung digital vom Gegner drauf kommt.

00:38:55: Sprecher 1 In der Kabine dann vor der Mannschaft.

00:38:57: Sprecher 2 Genau, wo wir dann aber noch mal im Trainerteam natürlich sofort drüber sprechen. Wenn es jetzt irgendwelche Überraschungen gibt, könnte es vielleicht systematisch auch was anderes sein. Da unterhalten wir uns drüber. Dann schmeißen wir es auf den Bildschirm. Dass die Jungs das auch sehen und dann ist es Zeit zu warten. Tatsächlich. Also der Drucker hat dann schon das ganze Setup eigentlich aufgebaut.

00:39:18: Sprecher 1 iPad, Ständer, iPad.

00:39:19: Sprecher 2 Ständer, Ladekabel, oben alles aufgebaut und Funkgeräte klar gemacht mit Da ist ja auch noch unser Chef Physiotherapeut Christian Oswald mit drin und unser ikt Trainer, der Max. Und ja, dann heißt es warten bis es losgeht und dann gehe ich meistens zum Aufwärmen kurz mit raus und dann verabschiede ich mich so 20 Minuten vor Anpfiff dann auch nach oben auf die Tribüne, wo mein Laptop auf.

00:39:46: Sprecher 2 Gucken, ob alles funktioniert und dann kann's losgehen.

00:39:50: Sprecher 1 Dann geht der Puls hoch.

00:39:51: Sprecher 2 Dann geht der Puls hoch.

00:39:52: Sprecher 1 Bist du, bist Anpfiff, Kannst du das dann noch aufsaugen, bis du bis dahin ja auch ein Stück weit fan? Immer noch? Oder ist das schon wie ein Spieler, der in seinen Abläufen ist?

00:40:02: Sprecher 2 Na, ich bin da schon in meinen Abläufen drin. Also klar sauge ich es auf, aber es beginnt dann schon die Konzentration sphase. Wo du schaust, läuft alles und wir müssen einmal die Funkgeräte checken, miteinander quatschen. Sobald die Trainer unten rauskommen, funktioniert es dann erst, weil die Antenne dann nicht in den Katakomben ist. Sind einfach so gewisse Abläufe, die man dann auch hat, Rituale, die man davor durchführt.

00:40:28: Sprecher 1 Aber glaube ja, ich sage mal, was es da immer dazu.

00:40:32: Sprecher 2 Oder das variiert, wenn es erfolgreich ist, wird es die nächste Woche wieder so gemacht. Das kann von der Auswahl des Pullis losgehen bis hin.

00:40:42: Sprecher 1 Zu.

00:40:43: Sprecher 2 Gewissen Abläufen mit zum Beispiel was habe ich gegessen am Spieltag zuvor? Hm, ja, aber es variiert auch immer mal, mal ist es ein bisschen extremer oder ausgeprägter der Aberglaube und mal, es lässt ein bisschen nach. Aber so gewisse Dinge sind immer, immer da.

00:40:59: Sprecher 1 Dann Anpfiff 13:00 Ab wann nimmst du das erste Mal Kontakt mit unten auf? Ab wann sprechen Sie das erste Mal direkt? Und dann sagst du Hat sich bestätigt die spielen in Viererkette, die ich gerne auch hätte.

00:41:11: Sprecher 2 Genau einmal der Abgleich, was aber meistens schon klar ist, dass es dann tatsächlich so ist. Aber wir machen es trotzdem immer einmal der Abgleich und dann kommt es auf die Situation drauf an Eigentlich sind wir fast stetig im Austausch, weil es immer irgendwelche kleineren Themen gibt. Aber pauschal lässt sich jetzt nicht sagen, wie häufig wir miteinander sprechen. Es ist dann einfach situativ.

00:41:34: Sprecher 2 Wenn es ein Thema gibt, dann, dann sprechen wir miteinander.

00:41:37: Sprecher 1 Gibt es da ab und zu vielleicht auch mal so ein bisschen Quatsch, den ihr besprecht oder ist dann wirklich 90 Minuten. Jetzt ist Konzentration angesagt.

00:41:46: Sprecher 2 Es ist.

00:41:49: Sprecher 2 Quatsch, Kommt keiner vor. Vor dem Spiel vielleicht noch mal kurz so, wenn alle rauskommen, dass man sich gegenseitig begrüßt. Und vielleicht war noch ein flapsiger Spruch dabei. Ist aber während des Spiels ist es Konzentration, weil auch gerade wenn es dann in eine Pause geht oder in der Verletzung zum Beispiel rein und die Physios gehen auf Platz, dann hat der der oh, sie ja auch sein Mikro an und dann möchten aber der Bernd und ich vielleicht was miteinander besprechen und dann wird es ab und zu auch ein bisschen hektischer.

00:42:17: Sprecher 2 Sag jetzt mal oder konzentrierter. Weil es dann darum geht, müssen wir vielleicht wechseln. Haben wir noch ein Thema, das wir vielleicht noch dem Trainer mitgeben können, was jetzt gerade aufgrund der der Unterbrechung einfach möglich wäre, Das dann so ist? Ganz interessant.

00:42:35: Sprecher 1 Dann gucken wir auf die ersten 45 Minuten. Was würdest du sagen? Vielleicht vergleichen wir es sogar mit dem Hannes vor 16 Jahren. Der eigentlich nur als Fan, vielleicht mit ein bisschen bisschen Fußball und Taktik Interesse ins Stadion gegangen ist. Wie anders guckst du jetzt Fußball? Was es am meisten anderswo auf du jetzt achtest, wo du vor 15, 16 Jahren noch gar nicht drauf geachtet hättest.

00:42:59: Sprecher 2 Doch das ist eine gute Frage. Ist vieles. Also ich glaube, wenn man sich mit Taktik beschäftigt und das habe ich eigentlich schon immer gerne, ich habe mich auch als Jugendlicher damit befasst, wie man spielt, aber nicht in der Tiefe, so wie es jetzt der Fall ist. Ich glaube, wenn ich jetzt ein Spiel schaue, kann ich relativ schnell die Idee von einem Trainer innerhalb eines Spiels, Das dauert nicht so lange und das hätte früher wesentlich länger gedauert, um den Ansatz und den Gedankengang, auch wenn es noch nicht durchgespielt wurde, beispielsweise mit dem Ball.

00:43:39: Sprecher 2 Aber man kann schon sehen, in welche Richtung es gehen soll und. Das Sichtfeld hat sich eindeutig erweitert. Also man ist nicht nicht mehr so sehr am Ball, was ich früher auch eigentlich ungern war, aber man schaut auf ganz viele, ganz viele andere Aspekte abseits des Balles.

00:43:58: Sprecher 1 Und dann machst du Schublade eins auf, wo es dann wieder heißt okay, die spielen klassisch über die Flügel und auf einen Zentrumsspieler, der den Ball abnicken soll.

00:44:07: Sprecher 2 Ja, genau.

00:44:08: Sprecher 1 Das Schubladendenken, das hat es.

00:44:11: Sprecher 2 Sich ja, das ist das kommt automatisch, weil man kategorisiert halt einfach Trainer und Mannschaften relativ schnell und und dadurch, dass man so häufig sieht und sich auch so intensiv mit der Mannschaft im Vorfeld beschäftigt, hat man das sehr, sehr schnell drin. Weil wir versuchen ja auch immer zu mutmaßen, was ist denn umgekehrt darum seine Idee gegen uns? Also wenn wir beispielsweise ein Thema hatten am Wochenende, was nicht so gut funktioniert hat, dann müssen wir denken, was ist da für uns die Lösung?

00:44:43: Sprecher 2 Weil der gegnerische Trainer könnte darin eventuell einen Ansatzpunkt für seinen Plan sehen. Also es ist auch immer viel Hetze, wenn und aber und was könnte und der.

00:44:58: Sprecher 1 Es ist ein bisschen fällt mir gar kein passendes Beispiel so ein. Aber was denke ich, was der andere denkt, was ich denke? So schwer ist es ja. Dann haben wir Halbzeit. Du läufst runter in die Kabine, sogar schon ein paar Minuten vor.

00:45:12: Sprecher 2 Ja, immer so in der 40. Meistens, dass ich noch so zwei drei Minuten Zeit habe, in der Kabine noch mal die sehen, die ich zeigen möchte. Zu ordnen, noch mal zu strukturieren und noch mal durchzugehen, ob es nicht vielleicht noch ein anderes Thema gibt. Aber einfach, um mir noch mal so ein paar Minuten Ruhe zu gönnen, drauf zu gucken, mir zu überlegen, was ist jetzt wirklich wichtig?

00:45:36: Sprecher 2 Und die überlegen Szenen dann zu zeigen und drüber zu sprechen.

00:45:40: Sprecher 1 Ist in den wenigen Minuten schon mal was Kurioses passiert. Das auf einmal wollen drei Tore und alles was zu analysieren. Wollte es jetzt erst mal dahin. Gibt es so was auch?

00:45:48: Sprecher 2 Ja, es gab schon Situationen, wo sich ein Spieler noch mal gedreht hat oder vielleicht ja auch noch eine Karte gab. Mittlerweile kann ich zum Glück in der Kabine, auch wenn ich mein Laptop wieder dranstecke, dann sehe ich das Spiel auch wieder live. Also bin ich dann immer noch up to date, weil manchmal kam es auch schon vor, dass irgendwas passiert ist oder wir ein Tor geschossen haben.

00:46:05: Sprecher 2 Und ich wusste von nichts. Aber das ist.

00:46:10: Sprecher 1 Vorbei. Ich habe mir mal notiert, was du alles filtern kannst. Nicht alles, sondern nur ein paar Ideen. Also das sind so Daten wie Zweikampfwerte, Laufkilometer, Sprints, die verschiedenen Spielphasen, die sogar habe ich gelernt mittlerweile automatisch eingeteilt werden. Also früher musst du dir das noch viel händischer machen. Mittlerweile ist es auch ein bisschen technischer geworden. Gibt es da irgendwas, worauf du speziell achtest?

00:46:36: Sprecher 1 Jedes Mal? Oder ist auch das wieder Teil dessen, was gerade zum Gegner passt? Zur Schublade?

00:46:42: Sprecher 2 Du meinst mit. Während des Spiels live oder in der Vorbereitung.

00:46:48: Sprecher 1 Während des Spiels.

00:46:49: Sprecher 2 Der während des Spiels benutzt wird, das gar nicht so so häufig also. Klar, wir haben diese diese Daten und ich schaue drauf rein auf die normalen Daten, Zweikampfwerte oder was haben wir für die? Das sind aber alles nur Richtungen die es geht oder wie viel sind wir sprintet sind wir vielleicht nicht da, wo wir eigentlich hinwollen oder sonst sind oder sind wir vielleicht drüber, wo dann aber der Max, unser Athletiktrainer, dann auch noch mal mit reinkommt Und da die Werte von den einzelnen Jungs auch immer noch mit dem Blick hat.

00:47:25: Sprecher 2 Die Daten sind dann relevant, wenn sie abweichen vom STANDARD, also wenn es Ausschläge nach oben oder nach unten gibt, dann werden die so richtig relevant für uns. Für die Vorbereitung ist es eher so, dass wir in der Kombination aus Daten benutzen, also nicht mehr nur den die Passquote oder den den Pass an sich, sondern interessant wird es dann, wenn man Datensätze miteinander verknüpft, weil wir kriegen Eventdaten, also Pässe, Schüsse, Zweikämpfe etc. Wir haben Positionsdaten, wo es welcher Spieler zu welchem Zeitpunkt und der Ball genauso.

00:48:03: Sprecher 2 Und dann haben wir noch physische Daten und wenn wir die alle miteinander verheiraten in der Spiel Vorbereitung, das können wir auch live machen, aber dann wird es zu aufwendig.

00:48:15: Sprecher 2 Dann wird ein ganz anderer Schuh draus. Dann kannst du auf einmal ganz andere. Erkenntnis rauskriegen und kommst schneller zu. Zu sehen die Du, die du haben möchtest, die du ansonsten einfach, wenn du ein Spiel kuckst und sagst okay, ich brauche jetzt noch einen Pass, den wir zwischen den Linien spielen, dann müsstest du das Spiel absuchen und oder zumindest die Spielphasen absuchen danach.

00:48:37: Sprecher 2 Und so können wir jetzt sagen, anhand der Daten, wir wollen Ball zwischen den Linien sehen von Spieler XY und im Optimalfall ist Z der Empfänger so, dass es dann innerhalb von paar Sekunden statt paar vielen Minuten gefunden wird.

00:48:56: Sprecher 1 Ich hatte eigentlich die Frage vorbereitet, ob man sich da nicht drin verlieren kann. Wenn du wirklich jede kleinste Statistik runter filtern kann. Ja, es ja eine Unmenge an Daten Information wo man sich verlieren kann. Ist die Frage noch aktuell oder Wahrscheinlich ist dann deine Aufgabe darin zu sagen ich muss gucken, welche dann wirklich relevant sind für den Gegner, für die aktuelle Situation.

00:49:17: Sprecher 1 Ja.

00:49:18: Sprecher 2 Also man kann sich zu 100 % drin verlieren und man kann sich in ganz, ganz vielen im Fußball verlieren. Vor allem aber in Daten. Und deswegen bauen wir uns quasi. Vincents Workbox, das sind, wenn man sich das wie ein Buch vorstellen. Das hat verschiedene Seiten und auf jeder Seite ist ein anderer Inhalt. Den wählen wir aber frei. Also da ist die Kombination aus Video, die Kombination aus Daten und aber auch noch von grafischen Darstellungen wie Heatmaps beispielsweise oder mit mit Laufwegen.

00:49:54: Sprecher 2 Und das definieren wir in der Regel einmal und passen dann jetzt nicht jede Woche, aber vielleicht mal so jede Länderspielpause oder in der Vorbereitung setzen wir uns hin und sagen Was ist denn jetzt wichtig für uns, Welche Werte sind für uns interessant, welche Werte wollen wir immer haben? Und dann umgeht man dieses Thema, das man sich in den Daten verliert, sondern man filtert es quasi vorher oder legt fest, was für einen wichtig ist.

00:50:22: Sprecher 1 Verlierst du dich manchmal aus Eigeninteresse in Daten, einfach weil du so ein Interesse an einem Spiel, an einem Gegner hast und guckst dann okay, ich bereite mich auf den Gegner vor, ich mache hier meinen Job, ich gucke jetzt wieder aufs Workbook, aber kann ja sein, dass du sagst, ein Stück weit ist es immer noch mein Hobby und deswegen möchte ich gerne jetzt mal gucken, wer bespielt eigentlich die meisten Pässe mit der Schulter oder?

00:50:47: Sprecher 2 Ja klar verliert man sich da irgendwann mal da drin, aber ich glaube, das macht es auch aus. Und.

00:50:57: Sprecher 2 Wir gewinnen ja trotzdem Erkenntnisse dadurch, weil das Wichtige für mich ist eigentlich ich schaue ungern nur reine Zahlen an, sondern das ist das Schöne, was aktuell möglich ist, dass wir direkt das Video dazu kriegen. Und wenn ich mir jetzt vom Gegner ein Spiel anschaue und diese Inhalte, die vielleicht ein bisschen drüber sind, abseits des, was wir eigentlich festgelegt haben, dann hat es aber meistens auch einen Grund, weil dann habe ich ein Spiel was gesehen und das muss ja auch die, die die Norm sein, dass wir nicht sagen okay, wir fahren nur geradeaus, sondern wenn ich was sehe und das ist das Wichtige und deswegen gucke ich auch ein Spiel in Gänze über 90 Minuten, weil

00:51:38: Sprecher 2 ich versuchen möchte, den anderen Trainer zu lesen und die Art und Weise, wie ein Fußballspiel Und da sind häufig auch Themen dabei, die abweichend sind zu den Werten, die für uns wichtig sind. Aber die sind eher für unser Spiel wichtig. Und wenn der Gegner halt was anderes macht, dann versinke ich manchmal schon darin, weil ich dann halt tiefer grabe und dann da noch mal schaue und dann so rauszufinden, ob es Sinn macht und wie wir dann dagegen eine Lösung finden.

00:52:05: Sprecher 1 Schaust du dir auch was ab oder findet generellen Austausch statt mit anderen Sportarten wie da Videoanalyse funktioniert?

00:52:15: Sprecher 2 Das passiert immer wieder mal auf Konferenzen, die die stattfinden, gerade von unserem Softwareanbieter. Da gibt es immer wieder mal Konferenzen, wo mehrere Sportarten da sind, weil die viele betreuen. Oder es gibt Webinare, an dem man teilnehmen kann. Und ich glaube, der Grundsatz ist schon überall gleich. Aber andere Sportarten sind vielleicht teilweise ein Stück weiter oder haben eine andere Herangehensweise.

00:52:41: Sprecher 2 Aber ja, da finden schon Austausch statt und dieses gut Und das ist wichtig.

00:52:44: Sprecher 1 Weil ich mich gerade gefragt habe, im Fußball ist es ja so und das ist ja auch, was diesen Sport so besonders macht, dass manchmal auch der Schlechtere gewinnt. Oder dass im Schnitt nur zwei Tore erzielt werden, die völlig aus dem Kontext eigentlich passieren. Das heißt, das Thema Momentum ist ja riesig. Und wenn du im Handball, im Basketball nachweislich das Tor oft nicht triffst, dann warst du die schlechtere Mannschaft und verlierst demzufolge auch.

00:53:12: Sprecher 1 Wird man als Videoanalyst manchmal auch verrückt, dass man denkt eigentlich sprechen Beispiel diese Saison Paderborn Eigentlich sprechen alle Daten dafür, dass wir hier das Ding gewinnen und am Ende geht es als Verlierer vom Platz.

00:53:24: Sprecher 2 Ja, aber noch nicht über Magdeburg. Ja, aber das ist Fußball und das macht dieses Spiel auch aus. Und das ist auch das Schöne daran. Und wenn wir als Trainerteam oder der Gerhard dann den den Plan vorgibt, dann ist das eine Hilfe, um das Spiel gut zu bestreiten. Aber innerhalb des Spiels passieren so viele Dinge und die Jungs müssen so viele eigenständige Entscheidungen treffen.

00:53:50: Sprecher 2 Das ist jetzt nicht wie im Football oder im Basketball ist, wo der Trainer draußen steht und ansagt, was jetzt genau gespielt wird. Und das wiederholt sich dann immer wieder, bis was anderes ansagt. Das ist im Fußball ja nicht der Fall, sondern im Fußball passieren wenig Tore und Fehler entscheiden halt häufig Spiele. Und du kannst noch so ein gutes Spiel machen, wenn du vielleicht zwei Fehler zu viel machst, dann werden diese halt häufig bestraft und es kann sein, dass du dieses Spiel verlierst, weil du vorne dann ich nenne es jetzt mal Pech hast, dass du halt keinen rein machst.

00:54:22: Sprecher 2 Aber das ist Fußball und das ist das Schöne. Und wenn wir einen Plan machen und uns darauf vorbereiten, dann versuchen wir einfach, diesen Zufall zu minimieren und der Mannschaft was an die Hand zu geben, dass sie sich wohlfühlt auf dem Platz, um diese Entscheidung bestmöglich treffen zu können.

00:54:41: Sprecher 1 Das klingt vernünftig. Also es ist diese eine Floskel, die finde ich überragend zutrifft. Man erhöht immer nur die Wahrscheinlichkeit, ein Spiel zu gewinnen oder ein gutes Spiel zu machen. Du kannst nie garantieren, dass du am Ende gewinnst.

00:54:56: Sprecher 2 Und dafür gibt es zu viele Einflussfaktoren von von außen innerhalb des Spiels. Dinge, die passieren können kein kleiner Fehler sein. Aber wenn man ein gutes Gefühl hat und sich sicher und wohl auf dem Platz fühlt und weiß, okay, ich bin gut vorbereitet, dann dann minimiert man wahrscheinlich die Fehlerquellen ein bisschen.

00:55:17: Sprecher 1 Das ist vielleicht auch noch eine spannende Frage Gibt es Daten oder gibt es etwas, was du beobachtest, was nicht Teil des Spiels ist? Beispiel Die Zuschauer. Die, die halt besonders laut sind, die werdet jetzt kein Dezibelmesser dabei haben. Aber gibt es vielleicht irgendwas, was gar nicht mit dem grundlegenden Fußballspiel zu tun hat, sondern darüber hinausgeht?

00:55:42: Sprecher 2 Ja, aber ich glaube, das ist so im Fußballbereich jetzt schon bekannt und das weiß auch jeder Fan. Also wenn das Spiel nicht läuft für einen und das kann ganz, ganz viele Gründe haben, warum es nicht läuft, aber man trotzdem Mentalität auf Platz hat und vielleicht mal über den Tag lang oder über irgendeine Aktion, wie man den Ball etwas rabiater zurückgewinnt oder ein Momentum schafft, in diesem Spiel und das im Fußball, werden ja nicht nur Tore oder Torchancen vom vom Publikum gewürdigt und aufgenommen und aufgesaugt und dann wieder zurückgegeben, sondern es sind ja auch so Kleinigkeiten wie Zweikämpfe.

00:56:25: Sprecher 2 Wie giftig ist eine Mannschaft, welche Intensität fährt eine Mannschaft? Und ich glaube, dass man auch das nutzen kann, um ins Spiel reinzukommen, das vielleicht nicht so läuft. Gerade wenn wir jetzt mal unser Stadion denken. Wenn man es schafft, dass die die Schüssel richtig laut wird und richtig emotional wird, dann ist es für jeden Gegner schwer, im Normalfall bei uns zu bestehen.

00:56:49: Sprecher 1 Hannes Ich habe eine Frage von jemand anderem mitgebracht, denn es ist schon. Ich bin mal gespannt. Ich wette, du wirst nicht mit ihm rechnen, denn es ist so in unserem Podcast, dass der letzte Gast dem aktuellen eine Frage hinterlässt. Als letztes war FC Fan und Profi Radsportler Nils Polit zu Gast, seines Zeichens auch schon Tour de France Etappensieger.

00:57:13: Sprecher 1 Und auch da habe ich viel gelernt In der letzten Aufnahme. Was im Profiradsport alles schon an Analysen stattfindet. Und ich habe es eben noch mal gehört, dass die eigene Mechaniker haben Aerodynam iker, das ist auch sehr technisch sehr Daten verliebt und Nils hat dir eine Frage hinterlegt, da wollen wir mal reinhören. Ja, hallo Hannes, meine Frage an dich Ist es wie oft wechseln die Teams, ähm, die Taktiken?

00:57:44: Sprecher 1 Also wie oft stellen sie ihr System um? Man sieht das ja immer, dass die Trainer von außen mit den Händen quasi Zahlen dann reinwerfen. Oder der Co Trainer. Wie oft ist es wirklich das? Ja, umgestellt wird das ganze System im Spiel. Also wie oft musst du ein Signal nach unten geben? Übrigens die haben schon wieder umgestellt.

00:58:08: Sprecher 2 Ich würde mal sagen, so pauschal ist es schwer zu beantworten, weil es ist. Es kommt aufs Spiel an und es kommt auf den Trainer des Gegners drauf an, Dass die Taktik er komplett umgestellt wird. Passiert meistens bei einer Führung oder einem Rückstand gegen Ende des Spiels, wo es dann aber eh schon wilder wird, weil ein Spiel verliert auch mit der Zeit an Struktur, wo es dann aber auch schwierig ist einzugreifen.

00:58:40: Sprecher 2 Ansonsten gibt es Trainer, die sie variabel spielen, die in einem System eigentlich zwei Systeme spielen. Dass es häufiger der Fall, als dass eine komplette Taktik gewechselt wird, darauf sind wir aber meistens vorbereitet, dass es kommen kann und das, was wir, was wir reingehen oder was Trainer häufig reingehen, ist eher sind kleine Anpassung. Es geht dann eher darum, vielleicht, dass der eine ein bisschen weiter entsteht oder dass die die letzte Linie, dass die Kette ein bisschen höher schiebt, dass so ein ganzes System umgestellt wird, passiert eher seltener.

00:59:18: Sprecher 2 Meistens sind es eben kleine Anpassung hinten raus. In der Halbzeit kann es ab und zu mal vorkommen, dass ein Trainer dann beispielsweise von drei auf Viererkette geht oder umgekehrt rum. Aber es ist eher seltener der Fall.

00:59:34: Sprecher 1 Finde ich hochspannend, dass du dieses wilder werden eines Spiels anbringst, weil es natürlich logisch Gründe sind vermutlich, dass die Spieler einfach erschöpfter sind und dann eben nicht mehr jeden Weg machen kann. Oder gibt es da noch andere Gründe, die ich jetzt nicht auf dem Schirm habe?

00:59:53: Sprecher 2 Ne Ermüdung ist es definitiv und es ist auch oftmals einfach, dass man vielleicht nicht selbst die Struktur verliert, sondern der Gegner vielleicht Struktur verliert und man dadurch die Struktur selbst ein stückweit verliert, weil man kennt es dann, dann wird es ein offenes Spiel, dann gibt es manchmal kein Mittelfeld mehr und dann dann ist es einfach nur noch vorne und hinten ist Glaube aber die Mannschaft und das war jetzt so die Beobachtung aus meinen letzten Jahren, die es länger schafft, konstant den Plan einzuhalten oder die Idee umzusetzen, wird auf Strecke wahrscheinlich vielleicht ein bisschen erfolgreicher sein, weil es einfach dem Spiel mehr Struktur gibt und man diesen Zufall wieder ein Stück weit runter gedrückt kriegt.

01:00:43: Sprecher 2 Aber gerade durch durch Wechsel zum Beispiel kann man wieder Struktur ins Spiel reinkriegen, einfach weil manchmal vorne einfach immer laufen beispielsweise Frische fehlt oder gibt es genügend Beispiele? Aber dieses wilder werden in Spielen ist sehr häufig zu sehen.

01:00:59: Sprecher 1 Lassen Sie das auch manchmal zu, dass man sagt okay, fünf Minuten, ist das jetzt Teil davon und dann reagieren wir? Oder schlägst du direkt die Köpfe, die Hände über dem Kopf zusammen? Denkst, müssen Lösungen finden, dass wir wieder mehr Struktur reinbringen.

01:01:11: Sprecher 2 Das ist also Ja. Ich sag schon manchmal. Vielleicht müssen wir gucken, dass wir mehr Struktur reinbringen. Aber das Gefühl, das der Trainer am Platz hat, das ist immer das Wichtigste. Er muss es entscheiden, weil er dann wirklich ja drin ist und man klar können wir sagen, okay, wir würden vorschlagen, dass wir vielleicht wechseln oder die und die Idee hätten wir.

01:01:32: Sprecher 2 Das ist jetzt bei mir von oben manchmal der Fall, dass ich den dem Bernd dann sage oder der Bernd und der Hacker haben eine Idee unten und und besprechen das und gehen dann zum Gerhard damit. Oder der Gerhard hat eine Idee und und wirft es bei uns rein. Aber letzten Endes ist es das Gespür vom Trainer. Dann was für den Moment das Richtige ist, das es einfach dann weil er er gibt es dann den Auftrag also man wird jetzt nie irgendwie was machen ohne dass der Cheftrainer sagt okay, ja, ich weiß nichts davon.

01:02:04: Sprecher 1 Wir summa raus aus dem FC Cosmos, auch so aus unserer Liga, wenn du magst. Weil ich habe mir die Frage gestellt, welche Mannschaft auch gerne international macht, so richtig Bock zu analysieren. Manchmal spricht man ja davon, gerade wenn jetzt Wir haben sie in der Startelf genannt Pep und Jürgen Klopp so gegeneinander spielen, dass das wie so eine Art menschliches Schach ist.

01:02:28: Sprecher 1 Gerade du bist dann ja ein Fußball und Taktikliebhaber gibt es da eine Mannschaft? Gibt es einen Trainer, Gibt es einen eine Liga, wo du sagst, das macht richtig Bock zu analysieren, anzuschauen?

01:02:42: Sprecher 2 Ja, ich gucke sehr gerne viel ausländischen Fußball.

01:02:48: Sprecher 2 Die Premier League finde ich extrem spannend, weil ich würde es nicht sagen, dass es diese eine Mannschaft gibt, die ich so so spannend finde, sondern es gibt ganz viele unterschiedliche Trainer, die die unterschiedlichsten Ansätze haben, überhaupt. Aber wo man sich alles, ja Themen, weise rausziehen. Karl Wo es einfach richtig Bock macht zuzugucken, weil es unterschiedliche Ansätze sind, wo es aber immer funktioniert oder wo es aus den unterschiedlichen Ansätzen heraus funktioniert, obwohl sie aus einer ganz anderen Richtung kommen.

01:03:21: Sprecher 2 Und ja, Premier League ist schon ziemlich gut, aber ich gucke auch gerne ab und zu mal in Frankreich, weil für mich ist es interessant, welche Mannschaften machen aktuell was? Ich nenne sie es mal besonderes oder was außergewöhnlicher ist oder welcher Trainer hat welche Idee. Da gucke ich dann schon mal ganz gerne drauf.

01:03:40: Sprecher 1 Welcher ist das so brandaktuell? Wer ist so der heiße scheiß Taktik? Vorreiter sein? Oder ist das Betriebsgeheimnis?

01:03:46: Sprecher 2 Nein, das ist nein. Das ist, glaube ich, kein Betriebsgeheimnis. Es gibt die unterschiedlichsten. Wenn wir jetzt über Ballbesitz sprechen, dann. Dann wird man zwangsläufig auf den Namen Netzer bekommen, der einfach außergewöhnlich guten Ballbesitz spielt, dafür ganz viele andere Dinge im Spiel öfters mal fehlen. Wenn wir sagen Thema, Intensität und Anlaufen, dann ist man bei erste Villa. In der Premier League findet man sehr, sehr vieles oder wie?

01:04:16: Sprecher 2 Ja, in Brighton ist interessant jetzt Manu mit dem neuen Trainer. Also da gibt es ständig. Ich würde es jetzt nicht als den einen Trainer beschreiben, der so brandaktuell ist, sondern eher die Art und Weise, wie Trainer spielen lassen und man sich dann so für sich selber seine kleinen Baustellen rausziehen kann. Was man interessant findet.

01:04:38: Sprecher 1 Kann man den Vergleich anstellen zwischen englischem und deutschen Fußball Camp? Kannst du sagen, wofür die deutsche und vielleicht auch die zweite Bundesliga steht oder ist das kaum möglich?

01:04:50: Sprecher 2 Ich glaube, das ist schwierig. Die die Ligen an sich miteinander zu vergleichen.

01:04:57: Sprecher 2 In England bin ich also ich, klar, ich gucke mir mehr Spiele an, aber der Fußball ist vielleicht ein bisschen nicht intensiver, aber was? Es ist schwierig zu beschreiben. Es ist. Es ist sehr schwierig.

01:05:11: Sprecher 1 Zu beschreiben jetzt helfen, wenn wir dann Analyseboard hätten oder sagst du.

01:05:15: Sprecher 2 Das auch nicht? Aber es ist der, der Fußball ist, ist schon ein Stück weit anders als Championship in England. Zweite Liga könnte ich jetzt gar nicht vergleichen mit. Wenn wir jetzt aber bei also in der Bundesliga oder zweite Liga bleiben, dann ist es ja, da gibt es schon noch mal einen großen Unterschied zwischen der der zweiten und der ersten Liga.

01:05:38: Sprecher 2 Gerade wenn wir bei diesem Thema sind, Fehler bestrafen, dann ist die Qualität in der ersten Liga doch schon noch mal deutlich höher. Und die zweite Liga ist.

01:05:51: Sprecher 2 Ich würde Sie so beschreiben, dass ganz viele Mannschaften an einem Spieltag eine Bundesligamannschaft sein können und am nächsten Spieltag eine Drittligamannschaft. Und ich glaube das auch, daher diese fehlende Konstanz aktuell in der Saison kommt, weil ganz ganz vielen Mannschaften bzw deswegen ist es so eng in dieser Liga, wie es gerade ist, weil ja, manchmal kann wirklich ein Top Level abgerufen werden und manchmal ist es dann eher ein bisschen drunter und die andere Mannschaft hat dann vielleicht den Tag, wo es top Level gerade erreicht wird.

01:06:25: Sprecher 1 Bei Kloppo versus Pep hast du dich für Jürgen Klopp intuitiv entschieden. Aufgrund seines Fußballs. Warum gefällt dir das mehr? Offensichtlich liegt er auch. Ich finde aber, vielleicht korrigierst du mich da sogar. Aber ich finde das Kloppo ja auch so ein bisschen für den englischen Fußball steht im Gegensatz zu vielleicht einem Guardiola, der mich eher so mit dem spanischen Fußball assoziiert ist.

01:06:47: Sprecher 1 Korrigiere mich da gerne, wenn du es anders siehst. Du bist da mehr Experte Ist Kloppo Fußball dein Lieblingsfußball? Und wenn ja, warum? Wenn nein, was sonst?

01:07:01: Sprecher 2 Kloppo Fußball kommt. Der Art und Weise, wie ich Fußball gerne sehe, ist schon sehr, sehr nahe, weil es einfach von viel Intensität geprägt ist, von viel Miteinander. Weil es nur als Einheit funktioniert und von viel. Vertikalen Spiel und viel Tiefe. Ich glaube, das ist so von der Idee her ja sehr, sehr schöner Fußball. Was mir dabei manchmal so ein bisschen fehlt, oder was heißt fehlt, ist der falsche Begriff.

01:07:35: Sprecher 2 Aber ich schaue genauso gerne in eine Kerbe oder einen Ballbesitztrainer mal zu, weil es einfach dann fantastisch ist zu sehen, was die mit der Kugel wirklich anfangen können und welche Ideen sie haben. Deswegen würde ich jetzt nicht sagen, dass ich diesen einen Lieblingstrainer habe, sondern so wie ich es gerade schon beschrieben habe, aus den unterschiedlichen Spielphasen oder aus den unterschiedlichen Ideen heraus.

01:08:04: Sprecher 2 Dann mehr so sage okay, für das Thema hätte ich jetzt gerne den und für das Thema finde ich den ganz gut und mir dann so.

01:08:12: Sprecher 1 Das so zurechtlegen. Trainer der Wunsch Fußball zusammen. In den zehn Jahren hat sich einiges getan. Hast du schon gesagt, die du jetzt im Fußballgeschäft bist und vor allen Dingen dann auch im Analysten Geschäft. Aber ich höre auch raus, dass wir da noch nicht am Ende sind. Gerade wenn jetzt alle sprechen über künstliche Intelligenz. Das wird ja sicherlich auch immer interessanter für euch.

01:08:33: Sprecher 1 Gibt es da schon irgendwie Vision. Kannst du dir vorstellen, wie viel anders das vielleicht sogar in fünf bis zehn Jahren so eine Tätigkeit aussieht?

01:08:45: Sprecher 2 Ich finde es ehrlich gesagt ein bisschen schwierig, mir das vorzustellen. Also der, der der technische Aspekt, der wird glaube ich, einfach schneller werden. Noch mal man wird weniger Zeit brauchen, um die Videos zu kriegen, aber weniger Zeit brauchen, um bestimmte Szenen suchen zu können. Aber nichtsdestotrotz ist es, glaube ich, schwierig für künstliche Intelligenz Spielsituationen zu erkennen, die immer unterschiedlich sind.

01:09:13: Sprecher 2 Und die sind nicht immer die die gleichen. Jetzt wird es in zehn Jahren wahrscheinlich irgendwas geben, was in die Richtung geht, aber es wird auf jeden Fall vieles erleichtern, dass gerade Zeitersparnis da ist. Und Zeit ist ein sehr, sehr hohes Gut in unserem Beruf. Das. Deswegen wäre es schon gut, wenn wir da noch ein bisschen Zeit sparen könnten.

01:09:33: Sprecher 1 Ja, das wurde doch schon deutlich, auch in der Zeit, in der wir gequatscht haben. Am Ende ist es ja dann doch aber trotz allem eine Entscheidung von dir als Co Trainer oder von einem Cheftrainer, wie darauf reagiert wird. Also egal wie schnell irgendwann die Daten da sind, eine Entscheidung liegt dann immer noch bei Menschen. Das ist wahrscheinlich der entscheidende Punkt am Ende.

01:09:54: Sprecher 2 Ja, das auf jeden Fall und auch gerade der Aspekt, dass man seine Mannschaft kennt. Und ich glaube, der Trainer kennt seine Mannschaft am besten von allen und hat ein Gefühl dafür. Und er muss ja letzten Endes auch entscheiden und das wird keine KI ersetzen können. Dieses Gefühl, was der Trainer hat, wo man sich vielleicht immer mehr an eine KI wird, einem Matchplan ausspucken und sagen am besten macht ihr es so, weil wir haben uns das angeguckt und so gewinnt dieses Spiel.

01:10:23: Sprecher 2 Dann wird der Trainer sich wahrscheinlich anders entscheiden, weil er seine Mannschaft einfach noch mal besser kennt. Wäre es vielleicht gerade gut drauf. Oder wer war im Training noch mal besser? Und diese Entscheidung wird immer beim Menschen liegen. Ich glaube, das geht nicht anders.

01:10:41: Sprecher 1 Wenn wir schon von Zeit sprechen Wir haben echt ne Weile gequatscht und ich habe auch viel gelernt über deine Tätigkeit, über die Tätigkeiten eines Videoanalysten, wie vielseitig das ist. Und ich wette, wir haben gerade mal inhaltlich so einen Bruchteil geschrieben von dem, was wir alles so beachtet und was sie für normal empfindet. Aber es ist wirklich ein sehr spannendes Feld, ein Feld, was sie, glaube ich, immer noch entwickelt.

01:11:07: Sprecher 1 Und vielleicht haben wir ja irgendwann auch ein ganzes Department, ein ganzes Büro hier, was ich auch um die Spielanalyse kümmert.

01:11:14: Sprecher 2 Wer weiß. Das wird auf jeden Fall irgendwie sich noch weiterentwickeln. Ob es dann mit mehr Manpower wird oder einfach nur effizienter noch mal und Zeit gespart werden kann. Aber es bleibt interessant.

01:11:26: Sprecher 1 Hoffentlich in den nächsten weiteren elf Jahren auch mit Hannes Scholz an der Spitze. Hannes, wir kommen zum Ende und da gibt es auch noch mal immer zum Abrunden eine Kategorie. 90 plus drei die Nachspielzeit 90 plus drei. Keine weiteren drei Minuten darauf sind wir nicht festgenagelt, sondern drei Fragen, die sich hier immer wiederholen. Und die erste davon ist relativ simpel, aber trotzdem immer wieder interessant.

01:11:57: Sprecher 1 Jetzt haben wir schon ja bald 18:00 ist es dunkel in der Winterzeit. Aber meine Frage an dich wäre Was machst du heute noch so?

01:12:04: Sprecher 2 Ich werde Zeit mit meiner Frau verbringen. Da bin ich immer froh, wenn ich nach Hause komme und da kann ich sehr, sehr gut abschalten.

01:12:10: Sprecher 1 Da machen wir jetzt zügig fertig werden muss also heute wird kein Fußball mehr geschaut.

01:12:15: Sprecher 2 Nein, heute wird kein Fußball mehr geschaut. Wenn ich, wenn ich nach Hause komme und es dann wirklich. Ja nach so einem langen Arbeitstag durch bin, dann versuche ich einfach Und dann möchte ich auch einfach Zeit mit meiner Frau verbringen und was anderes sehen. Weil immer nur Fußball ist auch schwierig und es wird auch mal zu Hause Fußball geguckt.

01:12:36: Sprecher 2 Aber ich versuche schon abends auch mal an was anderes zu denken.

01:12:41: Sprecher 1 Und nicht zu analysieren, wie jetzt die Wohnung aufgebaut ist oder wie es heute auszusehen.

01:12:48: Sprecher 2 Hat.

01:12:48: Sprecher 1 Formation es Salz und Pfeffer als Innenverteidiger.

01:12:52: Sprecher 2 Da machen wir es uns gemütlich, machen uns was leckeres zu essen oder unternehmen was Schönes.

01:12:57: Sprecher 1 Das klingt gut. Hannes, was willst du in deinem Leben noch erreichen?

01:13:03: Sprecher 2 Ich möchte eine tolle Familie haben und möchte ein guter Papa werden und immer ein guter Ehemann sein.

01:13:10: Sprecher 1 Dann kommen wir zum Abschluss mit der Frage Was ist für dich der erste FC Köln?

01:13:16: Sprecher 2 Was ganz, ganz Besonderes. Ein Gefühl. Verbundenheit. Und ein wirklich außergewöhnlicher Klub mit einer Leidenschaft in der ganzen Stadt. Und von allen Anhängern. Dies glaube ich so oft. Es gibt für mich was ganz, ganz Besonderes.

01:13:38: Sprecher 1 Und auch schön auch schon langer Teil deines Lebens.

01:13:41: Sprecher 2 Ich habe diesen FC ja lieben gelernt.

01:13:44: Sprecher 1 Das ist schön zu hören. Hannes hat mir großen Spaß gemacht. Vielen Dank, dass du mir und uns heute einen kleinen Einblick in deine Arbeit und das Arbeitsfeld eines Videoanalyst gegeben hast.

01:13:53: Sprecher 2 Vielen Dank! Hat Spaß gemacht.

01:13:55: Sprecher 1 Danke. Freut mich, Mario zu.

01:14:07: Sprecher 2 Erster FC Köln.

01:14:08: Sprecher 1 Der Podcast Überall wo es Podcasts gibt. Mehr Infos auf.