01:00:00: Speaker 7 Also, das ist ja ihr Job, ja? Dumme Fragen zu stellen, das machen sie gut.
01:00:06: Speaker 7 Erster FC Köln. Der Podcast.
01:00:08: Speaker 3 einen neuen FC Podcast. Alle zwei Wochen ist der neue Doktor. Wir wollen hier neu rausbringen. Und wir sitzen im kleinen Sprechungsraum. Die Stimme von Müngersdorf ist da. Jeder, der schon mal ins FC Stadion gegangen ist, für den ist diese Stimme Teil des Stadionerlebens. Das ist unser Stadionersprachjahr Michael Trippel. Das war zu Gast im FC-Fahrtgast.
01:00:40: Speaker 10 Ja, herzlich gerne. Macht mir Spaß, wieder ein bisschen zu erzählen. Viel, viel Jahre, Jahrzehnte, erste FC-Köln.
01:00:48: Speaker 3 Ja, fürstest du, kaum ein anderer der Geschichten, um den FC erlebt hat aus den verschiedenen Perspektiven.
01:00:54: Speaker 10 Ja.
01:00:55: Speaker 3 Da kommen wir heute auf jeden Fall zu wie gerade angesprochen. Wir sind in einem klassischen Besprechungsraum. Wir sind normalerweise auch mal Meetings für Zahlen, rund um Excel-Tabellen. Es werden vielleicht auch schon mal Strategien und Koop-Sprochen. Ich habe mich gefragt, wann warst du denn das letzte Mal in einem Meeting, wo man Dinge derart besprochen hat?
01:01:16: Speaker 10 Ich war ja 13 Jahre Mitgliederrat und vorher als erster Fanvertreter überhaupt in der Bundesliga im sogenannten Sportbeirat, den es damals gab. Also ein Fanvertreter im eigenen Verein. Das hat es früher nie gegeben. Das war überleg grad, war das 1987, war das 1987. 1984 wurde ich ein Fanbeauftragter und 1987 bin ich anerst mal in ein Gremium des ersten FC-Köln reingekommen. Eben als Fanvertreter um die Sprache und die Anliegen der Fans in dem Verein auch darzustellen. War interessant, verspannend.
01:01:50: Speaker 3 Du warst gerade schon vorgegeben, du kannst es sehr gut mit Jahreszahlen und Daten, das ist ein gutes Gedächtnis, das kann kein Schirmabber wegleben. So auch mit deiner Geburt, der wurde der Fußball direkt geblieben.
01:02:01: Speaker 10 Ja, ich bin in der Tat, ich mache das gerne auch bei der FC Stadtrundfahrt, erzähle ich dann immer gerne, ich bin an dem Tag geboren, als Deutschland Fußballweltmeister wurde. Man kann die Leute überlegen, war das 1954, 1974, 1990 oder 2014. Nein, bei mir war es wirklich der 4. Juli 1954, Endspiel in Bern, Deutschland gegen Ungarn, Deutschland wurde ein ganz überraschend Weltmeister und da hat mir der Hans Schäfer mal eine sehr schöne Widmung geschrieben, zum einen sechzigsten Geburtstag, richtig ein Bild geschenkt, geraumt und da waren dann die Mannschaften von Ungarn und Deutschland in Bern zu sehen, mit den Zuschauern im Hintergrund und da hat er drüber geschrieben, lieber Michael, der 4. Juli 1954, war für uns beide ein großer Tag, du wurdest geboren und ich Fußballweltmeister, dein Hans Schäfer, hat natürlich einen Ehrenplatz bekommen.
01:02:54: Speaker 3 Was war denn für deine Eltern das größte Ereignis?
01:02:59: Speaker 10 Ich habe ja noch ein zwei Jahre älteren Bruder, also das war jetzt nicht die erste Geburt meiner Mutter, sondern die zweite und ich bin, muss dazu sagen,
01:03:11: Speaker 10 in Recklinghausen geboren, also nicht in Köln, wobei ich sage, aber jetzt direkt dazu, mit zwei Monaten bin ich nach Köln gezogen. Ja, genau, nach Köln, beiden Teilen mit Recklinghausen habe ich nichts am Mut, also meine Mutter hat mir dann immer erzählt, im Krankenhaus in Recklinghausen, sie hatte Durst und hatte immer geklingelt und es kam keiner, weil eben ich bin um 11.15 geboren, nicht 11, das glaubt mir keiner, ich bin um 11.15 geboren und dann hatte sie nachmittags Durst und es kam keiner, weil die alle vor den Radiogeräten hingen. Mein Vater war gar nicht bei der Geburt dabei, der war schon in seiner Stammkneipe, die hatten einen kleinen Fernseher. Ja, andere Zeit, keine
01:03:48: Speaker 3 Sonntagskomponent bei Personen.
01:03:50: Speaker 10 Nein, überhaupt nicht.
01:03:52: Speaker 3 Da war dann das Radio oder vielleicht der Ein- und Spar-Zweiß-Fernseher?
01:03:56: Speaker 10 Genau, den man dann in der Wirtschaft noch hatte und wo man dann auch noch Eintritt genommen hat letztendlich, damit sich das auch alles rechnet und finanziert. Ja, und dann ist Deutschland Fußballweltmeister geworden. Und wie bist du dann FC Fern geworden, wie kam der dein Leben? Ja, eigentlich durch ein Freund, ich bin ja in Köln-Bein-Tal aufgewachsen, an der Cäsar-Straße und das war die Gag-Siedlung damals und da war ein zweijahrer ältere Freund, der schon mit seinem Vater die Messekapp-Spiele gesehen hat. Das war so Anfang der 60er Jahre, das war so der Vorgänger des UE-Verkaps im Prinzip. Es waren alles Städte, die da mitspielten, die ein Messer auch ausrichteten und da hat der FC auch schon gespielt, gegen, weiß ich, Panathinaikus Aten oder irgendwas. Ich selber habe die Spiele noch nicht gesehen, aber erst mit seinem Vater dorthin und der hat mir dann vom FC erzählt und dann weiß ich noch, dass wir 1963 zusammen, wobei wir konnten uns das damals auch schon nicht angucken, da gab es das letzte Endspiel um die deutsche Meisterschaft in Stuttgart zwischen dem FC und Borussia Dortmund. Es war im Mai, es war ein heißer Sommertag und wir sind, weil wir das uns nicht angucken konnten, es wurde live übertragen im Fernsehen, sind wir dann bei uns in der Siedlung spazieren gegangen und hörten dann aber, weil die Balkontüren alle auf waren, wenn sich was tagte. Und dann hat der auch Dortmund 3-0 geführt, dann haben wir noch das 3-1 durch Schnellinger gemacht, aber wir haben dann verloren das Endspiel letztendlich und das war so meine erste bewusste Erfahrung mit dem ersten FC Köln. Eine negative Erfahrung, wenn man so will, aber auch eine Erfahrung, die bindet, wie das ja oft bei uns holt, negative Sachen verbinden oftmals mehr als die positiven Dinge. Das war also die erste Erfahrung, mein allererstes Spiel habe ich dann live gesehen im Altenbündnester-Auffa-Stadion am 28. November 1964
01:05:50: Speaker 10 gegen den Hamburgersport-Fahrer. Das zu Thema Daten, der Gepflanzer. Ja, achten sonst, dann wären wir 1964, wir haben 3-0 gewonnen,
01:05:59: Speaker 10 es hat der junge Wolfgang Overer zweimal getroffen, der damalige Mittelstürmer Christian Müller, es waren 47.000 Zuschauer da, die Namen der Zuschauer habe ich vergessen.
01:06:10: Speaker 10 Aber alles andere ist noch nicht. Ja, was mir im Erinnerung bleibt, das Bild habe ich heute noch vor Augen, wir kannten ja früher die Fußball-Bundesliga nur in Schwarz-Weiß, es gab ja keine Farbfernsehen, es gab ja immer nur kleine Berichte von 3-4 Spielen, über 3-4 Minuten, länger waren die alle nicht, und dann komme ich in das Stadion rein, es ist alles bunt, grüner Rasen, bunte Trikots, bunte Fans, und was mich damals so fasziniert hat, war, wenn ein Tor für den ersten FC Köln fiel, dann lag es sich alle in dem Arm, egal ob der Reich, ob der Arm war, ob der Dick, ob der Dünn war, ob der Professor war, ob der Arbeitslos war, ob der Dumm war, ob der Reich war, ob der Schwarz, ob der Weiß war, es ist völlig egal, ich weiß noch, dass 2 neben mir, 2 ältere Herren, die stritten sich, wir haben sie fast geprügelt, und dann fällt ein Tor für den FC, und da liegen die sich in den Armen, alles vergessen, was vorher war, und dieser Einigkeit, die da entsteht, und dieses Gemeinschaftsgefühl, das hat mich damals schon fasziniert, ist heute noch so.
01:07:08: Speaker 3 Wie ging es dann weiter? Ist das eine Zeit, in der man noch einfach Karten an der Tageskarte holen konnte, und du warst dann auf dem Stadion?
01:07:15: Speaker 10 Du konntest, also ich weiß, ja klar, war also meine erste Karte für die,
01:07:23: Speaker 10 das war ja nicht die Südkurve, sondern wir waren ja damals die FC Fen-Kurve, wenn man die so nennen konnte, die war damals im Nordosten, da ging ja auch die Treppe runter von den Abelbauten in das Stadion rein, und da kamen die Mannschaften runter, und gingen dann auch wieder in der Halbzeitpause nach dem Spiel wieder hoch, und in der Ecke war damals die Fen-Kurve auch schon mit großen Fahnen und vielen Fahnen.
01:07:44: Speaker 3 Jetzt möchte ich überlegen, das war ja dann sogar noch vor dem Müngersdorfer Stadion.
01:07:47: Speaker 10 Klar, das war das alte Müngersdorf, das alte Müngersdorfer Stadion, mit dem rot-weißen Mäuerchen, da gab es nur im Westen eine kleine Holztribüne, später gab es nachher dann auch im Osten eine Holztribüne hinter den Steeblitzen, da passen damals gut 60.000 Zuschauer rein, und so habe ich mein erstes Spiel damals erlebt, und tolle Zeit, erfolgreiche Zeit vor allem, damals haben wir noch mehr Spiele gewonnen als Verlochen.
01:08:17: Speaker 3 Wenn man zu den alten internationalen Legenden, die vom FSC spricht, dann war das aber schon so, dass das Publikum deutlich belliger stand. Also es wurde gebitiert, wenn du nicht gut gespielt hast, einmal mit Kiffen und Lauchttaken, Schimpfen und auch, dass man erstes Spiel direkt weniger zu Kiffen hat.
01:08:33: Speaker 10 Es hing wirklich immer von der Leistung ab. Wenn du erfolgreich warst, dann kamen die Zuschauer auch, aber auch nicht zu jedem Spiel. Also man guckte, wenn das Wetter schlechter war oder so, dann kam auch schon wieder wesentlich weniger. Und es war hing wirklich davon ab, ob du dann das Auswärtsspiel vorher gewonnen hattest oder nicht, wenn du es verloren hast, kam auch zum Heimspiel wieder weniger Leute. Also es war nicht immer ausverkauft, im Gegenteil, es waren auch manchmal nur 20, 25.000 Zuschauer da. Und ich weiß noch, wenn wir früher als Jugendliche überlegt haben, was machen wir denn heute Nachmittag? Mit der Klicke, ach pass auf, gehen wir mal zum FC.
01:09:08: Speaker 10 Und war überhaupt kein Problem, kannst du dann in Tageskassen noch Karten kriegen ohne Ende. Ganz selten mal, wenn du gegen Bayern München gespielt hast oder ein wichtiges Spiel war, dass das Stadion ausverkauft war, international war es noch oftmals ausverkauft, aber auch nicht gegen jeden Gegner, gab es auch gegen, ich weiß das gar nicht, gegen Nordchöpping oder so, waren dann 9.000 Zuschauer da, was da auch, kannst du dir heute gar nicht mehr vorstellen.
01:09:30: Speaker 3 Kannst du uns ein bisschen Gefühl geben, einmal in die Zeit mitnehmen, was war so dieses Stadion-Erlebnis damals, was hast du da so die Bilder, was war anders als heute?
01:09:40: Speaker 3 Wie sah das aus?
01:09:41: Speaker 10 Ja, heute ist es ja mehr ein Event, früher ging es wirklich nur um das Fußballspiel. Es gab auch kein Vorprogramm, es gab keine großen Ansagen, Hans-Gert König, mein Vorgänger, der das Jahr 30 Jahre gemacht hat,
01:09:54: Speaker 10 der machte dann die Mannschaftsaufstellung, wenn die Mannschaft einlief und dann auch nur den Nachnamen, also nicht mit der Nummer 1, Marvin oder so ähnlich, sondern Lalalalalalala, und den Gast dann auch noch, und das war es dann. Oder wenn ein Tor fiel, dann gab es kein Tor-Jingle, sondern dann hat er dann einfach nüchter gesagt, ich glaube noch nicht mal die Minute, sondern 1-0 für Köln, Torschütze mit der Nummer 2, und dann gab es das Geistburg-Eschung, das wurde auch verteilt und verkauft dann auch, also das gibt es ja schon seit den 50er Jahren am Prinzip, das gab es. Du warst selber auch aktiver Fußballer, aber du warst ja auch aktiver Fußballer, und du warst ja auch aktiver Fußballer, und du warst ja auch aktiver Fußballer, und du warst ja auch aktiver Fußballer, und du warst ja auch aktiver Fußballer, und du warst
01:10:48: Speaker 3 ja auch aktiver Fußballer, und ich habe das auch mal mit dem Kollegen gesprochen. Erzähl uns mal, woher du spielst und gab es den Traum da auch dann mal dazu?
01:10:57: Speaker 10 Ich bin in Beiental, wie gesagt, aufgewachsen, und der nächste Verein in Beiental war für mich Fortuna Köln, und dann bin ich in der D-Jugend zu Fortuna Köln gekommen, die waren am Vorgebirgspark, hatten die ihren Aschenplatz, kleinen Häuschen dazu,
01:11:15: Speaker 10 und wir spielten damals immer in Schwarzerhose und gelben Trikots. Die Vereinsfam von Fortuna Köln waren schwarz-gelb damals.
01:11:24: Speaker 10 Ja, Sie wollen geben, wir da ein bisschen zurück, aber komme ich gleich noch zu.
01:11:28: Speaker 10 Auf jeden Fall hatte ich immer das Problem mit meinem Trainer, wir spielten immer Samstag-Nammitags,
01:11:35: Speaker 10 und ich bin nur alle 14 Tage zu den Spielen gekommen. Da hatte er gesagt, wir brauchen nicht, aber jede Woche, was ja schön war, war das ja eine Belobigung letztendlich auch, wir brauchen dich jede Woche.
01:11:46: Speaker 10 Offensives Mittelfeld. Ja,
01:11:50: Speaker 10 und dann habe ich ihm dann gesagt, es geht leider nicht, wenn der FC zu Hause in Möngersdorf spielt, muss ich da hin, da kann ich nicht selber spielen.
01:11:59: Speaker 10 Ja, musste er dann so akzeptieren, und bin dann aber sehr schnell zum FC gegangen, habe dann in der CDU bei dem FC gespielt,
01:12:08: Speaker 10 war von Beintal nach hier zum Geißburgheim zu kommen, war damals schon eine Weltreise eigentlich, also entweder mit dem Fahrrad, die Bonner Straße runter, und dann die ganze Militärinstraße lang, oder eben mit der Bahn, aber mit der Bahn muss es der Ersten im Bus, im 32. Jahr zum Klotischplatz, mit der 6 war das, glaube ich, damals zum Barbarossaplatz, und dann die ganze Luxemburger Straße runter, und noch mal ein Stückchen zu Fuß geht, da war es eine Stunde unterwegs, und meine schulischen Leistungen wurden immer schlechter.
01:12:39: Speaker 10 Und dann haben sie mich rausgenommen, meine Eltern, aus dem FC, also was die aktive Laufbahn angeht, und das war es dann eigentlich auch. Ja, aber es sind interessante Geschichten, als ich dann in der C-Jung gespielt habe, beim FC 1967, da ist ja Franz Kramer gestorben, am 11. November 1967, und der, ja, ja, der Gründer des ersten FC Köln, 13. Februar 1948,
01:13:06: Speaker 10 und der wurde aufgebahnt im Geißburgheim, es war, als er gestorben war, das er 11.11.67 war, war ein Samstag,
01:13:15: Speaker 10 der FC spielt hier in Frankfurt, der hat sich das im Radio angehört, der FC hat zwar ins Gewonnen, und hat dann zu seiner Frau gesagt, der FC hat gewonnen, alles ist gut, du kannst das Radio ausmachen, und ist dann friedlich eingeschlafen. Also er wurde aufgebahnt am Geißburgheim hier, weiß ich, würde heute wahrscheinlich auch nicht mehr gehen, damals ging das, und wir jetzt, nein, nein, ja, um eben einen kleinen, damals einen kleinen, ja, Vorstandszimmer. Sollte die Gesellschaft aufstehen? Ja, sozusagen. Und ich weiß doch, dass wir C-Jugendliche, werde ich Ihnen vergessen, in den letzten Monaten, mussten damals in Trikot, Hose, Stutzen und Fußballschuhe, mussten wir stundenweise am Sack dort stehen und Totenwache halten, als C-Jugendliche, werde ich nicht vergessen. War das für dich als komisch oder? Ja, auch eigentlich in mehr einer Ehre auch, dass wir das durften, oder auch nochmal an andenken, an Franz Kramer letztendlich, aber dazu war ich noch viel zu jung, das alles zu begreifen auch. Was aber interessant war, auf dem Weg von der Endstation hier, bei 18 Luxemburger Straß, auf dem Weg zum Geißburgheim, hielt neben mir ein Auto an,
01:14:24: Speaker 10 und dann ging die Tür auf, ein Ford Taunus, weiß ich noch, und dann sagte der Herr, der in dem Auto saß, ach, ich sehe, du willst zum Geißburgheim,
01:14:31: Speaker 10 zu Ehren von Franz Kramer, ich kann dich mitnehmen.
01:14:35: Speaker 10 Und damals, so in der Mitte der 60er Jahre, da kriegten wir von unseren Eltern immer eingebläut, lasst dich nicht von fremden Leuten ansprechen im Auto oder so, war damals so. Und dann merkte er, wie ich zögerte, und dann sagte er zu mir, du kannst mit mir mitfahren, ich bin der Hans Gerd König. Das war meine erste Begegnung mit Hans Gerd König. Ich bin dann auch eingestiegen, und er hat mich, ja, der spätere, ja, ja, genau, Wahnsinn, und dann hat er mich mitgenommen, und ja, und dann durften wir dann Totenwache halten.
01:15:06: Speaker 3 Weil es eben schrieben, dass wir da in voller Fußballmontur stehen. Das war ja sicherlich nicht wie heute, dass man von Adidas, auch in der Jugendmeinschaft, schon Trikot setzig ist, und dann kommt man, niemals war es noch Trikot, war es noch?
01:15:17: Speaker 10 Das weiß ich gar nicht mehr, das ist schon so lange her. Aber es war vernünftig, Trikot, klar, mit dem FC in Bremenbau, ich weiß auch gar nicht. Ja, ja, das war schon total logisch, und auch mit Geißburg schon, der Geißburg kam ja 1950, in der Mitte der 15 Jahre aufs Logo dann vom FC. Also der war locker schon drauf.
01:15:34: Speaker 3 Und dann war es vielleicht in der Jugend, hast du dann noch eher so Blanco?
01:15:36: Speaker 10 Ne, die waren schon, waren schon, ja, ja, logisch, der hatte dafür gesorgt. Das war ein vernünftiges Outfit für alle, ja. Die Spieler mussten ja auch am Clubanzug erscheinen, solche Dinge, und wenn die Krawatte falsch gebunden war, dann kriegten sie rechts und links eine um die Ohren.
01:15:53: Speaker 3 Ja, dann war Drittes West, und er war ja auch Vaterfigur, für viele. Aber das noch am Rande, wie ging dann der Weg weiter? Du hast dich dann auf den Schien okay, ich kann hier nicht spielen, aber du bist ja ein Fan, und bist dann auch später ein...
01:16:06: Speaker 10 Ja, ich bin regelmäßig zum FC gegangen, also das war für mich damals schon wichtig, die Mannschaft zu unterstützen. Meine Mutter hatte mir dann auch eine große Fahne genäht, und das war ja interessant, wie das dann, man konnte sowas ja nicht kaufen damals, es wurde immer selbst genäht, Rot und Weiß zusammengenäht, dann noch mit, bestickt mit 1. FC Köln. Und dann brauchte es da einen großen Stock, und um den Transportabel zu machen, gab es früher ein Angelgeschäft am Rheinwufer, und das war so der Geheimtipp für die Insider-Fans, zu sagen, du gibst so Metallstücke, die kannst du an die eine Stange machen, und das andere Metallstück an die andere Stange, das kannst du dann zusammenschieben, damit du einen großen Stock hast, und wenn du transportierst, kannst du das wieder auseinandernehmen, und dann hast du nicht so einen gelangenen Sting, dass du mitnehmen musst, und es ist besser, auch für die Reisen, und die Fahrt zu fahren, und zum Tragen einfach. Und das war so ein Geheimtipp, und er setzte sich dann auch durch, ich glaube, dann hat er auch einen guten Umsatz gemacht.
01:17:06: Speaker 10 Und dann hatten viele einen langen Störk mit einer großen Fahne, und da fing das eigentlich alles an damals auch. Wie seid ihr meist gereist, war das, wann das zutun, habt ihr früh... Es gab damals Sonderfahrten von der Deutschen Bahn, ich hab noch zu Hause, muss ich gucken, ich glaube, ich hab noch diese kleinen Kärtchen, diese Fahrkärtchen aus Plastik, nicht aus Plastik, aus Pappe waren die damals, und das gab immer so Sonderfahrten, die waren richtig preiswert, da konzte ich nach München für 32 D-Mark damals fahren, und das hat dann leider irgendwann nachgelassen, also dann anfing, dass die Züge demoliert wurden. Dann hat die Deutsche Bahn gesagt, ne, das machen wir nicht mehr.
01:17:46: Speaker 3 Was war die besonderste Tool, die im Kopf geblieben ist, oder vielleicht eine Anekdote einer Auswärtstour? Das war ja dann die wilden in den 70er, hast du mich mal gesagt?
01:17:56: Speaker 10 Ja, ja.
01:17:57: Speaker 3 Da war ja auch anderes Fan, also heutzutage ist es ja auch eher normal, auswärts zu fahren.
01:18:03: Speaker 10 Ne, das war damals gar nicht normal, du hast meistens auch die gleichen Leute immer kennengelernt, ja, dann fuhren wir dann beim Zug, oder es wurden Busse, dann auch organisiert, und ja, gut, die großen Zeiten waren dann Anfang der 80er, als ich dann Fanbeauftragter wurde, hab ja die ganzen Fahrten dann selbst organisiert, und wenn heute Tausende auswärtsfahren, waren das früher ein paar Hundert, auch wenn es international waren, waren das nicht viele, und da gab es natürlich legendäre Fahrten, nach Lissabon, werd ich nie vergessen, die waren aber nix, nicht mit dem Bus, auch ne schöne Geschichte, ich war dann mal Fanbeauftragter und war beim Aschermittwochessen im Geißburgheim, und da saß dann Peter Weijand, Michael Meier und die ganzen Größen vom FC,
01:18:44: Speaker 10 und der Peter Weijand hatte mittags noch mit, wir spielten bei Sporting Lissabon kurz danach, und hatte noch mit Lissabon telefoniert, und da wollte der Präsident wissen von Herrn Weijand, wie viel Fans kommt denn nach Lissabon? Er hat mich dann gefragt, er sagte, ja, guck ich mal nach, sage ich Ihnen Bescheid demnächst, ne? Und dann hat er mich abends gefragt beim Aschermittwochessen, wie viele Fans fahren denn nach Lissabon? Und er hat gesagt, es können nicht so viele sein, ein paar die fahren mit dem Zug, manche mit dem Auto, aber lass es 100, 200 sein, viel mehr werden es nicht sein.
01:19:20: Speaker 10 Und dann sagt er zu mir, Herr Trüppel, hier haben Sie 10.000 D-Mark, sehen Sie zu, dass Sie so viele Fans wie möglich nach Lissabon kriegen. Denn Michael Meier ist mit dem Stuhl hinten weggekippt, das war ja sein Geld letztendlich, ja, und dann ging das, ja, dann ging das Theater los, was machst du jetzt, ne? 10.000 D-Mark, wie legst du die an? Dann habe ich überlegt, wenn wir mit dem Zug reisen, dann müssen wir von Köln nach Paris, Gardinon, und da musste umsteigen zum Gardinlest, um weiter in den Süden zu reisen, dann musste durch Halb Paris durch, und dann habe ich gesagt, hast du die Hälfte der Fans schon verloren, ne? Busreisen, drei Tage, kannst du da keinen zumuten. Und dann kam der Michael Meier auf die Idee, was es ja schön fand, und er sagte, wir haben ja eine Chartermaschine. Ja, ja, und da sind die Spieler mit drin, da sind die Sponsore mit drin, und da hast du jetzt 50 Plätze, die du vergeben kannst, ne?
01:20:12: Speaker 10 Und dann ging das Theater los, wem gibst du jetzt die 50 Plätze, dann machst du dir 50 Freunde und tausende von Feinen letztendlich, und dann habe ich die 10 größten, ne, die 50, 50 größten Fanclubs angeschrieben, und habe gesagt,
01:20:25: Speaker 10 ihr habt einen Platz für die Fahrt nach Lisbon, wählt jemand aus, der fährt, meistens die Präsidenten, aber so hatte ich den Schwarzen Peter dann nicht mehr, und dann sind wir dann wirklich nach Lisbon geflogen, mit Hotelübernachtungen, mit Stadtrundfahrt, wir haben auch eins-eins gespielt, also jedenfalls war auch vernünftig, und das Hotel dann hing in der Art, den ganzen FC fahnen raus. Ich habe noch ein Artikel von der portugiesischen oder Lisboner Zeitung, wo wir dann Fotos sind, wie wir im Flughafen ankommen, die Fans und Interviews gemacht, also so eine sensationelle Tour letztendlich. Ganz viele sind zum ersten Mal auch geflogen,
01:21:04: Speaker 10 und da war einer, der kam aus dem Süddeutschen von einem Fanclub, und der hatte so einen weißen Zettel, und wollte sich die Autogramme von den Spielernhöhen geben, und traute sich nicht aufzustehen während des Fluges, weil die so haben. Ja, ja, das, aber das dann kippt vielleicht das Flugzeug, und dann holt ihr die doch selber, die sitzen doch da vorne alle, und hat er sich dann irgendwann mal getraut, das zu tun, aber das war schon eine tolle Tour, ne.
01:21:27: Speaker 3 Du hast das so selbstverständlich gesagt, dass du Fanbau-Faktor geworden bist, das muss man ja mal dazu sagen, dass es gab's viel in der Formatik, du warst der erste der Bundesliga, du hast das ganze Ehrenamtlich gemacht, wie kam es dazu, dass du, wie hast du das vereinbart im restlichen Leben, wo warst du auch berufstetlich?
01:21:43: Speaker 10 Genau, ja. Also das fing erst mal damit an, ich war lange Zeit im Fanclub Higo, das war damals ein sehr aktiver, eine 70er, 80er-Jahren aktiver Fanclub,
01:21:51: Speaker 10 damals eben so, ich fand so, das Bindeglied zwischen Mannschaft und Fans, das fehlte im Verein,
01:21:58: Speaker 10 und dann habe ich mich bei einer Jahreshauptversammlung gemeldet beim FC. Die waren ja damals hier noch am Geisburg-Halle, da waren ja zwei, drei Rundert kamen, da hatten wir 1200 Mitglieder, mehr waren das nicht. Und dann war Michael Maier, genau, genau, genau, wir hatten das Restaurant, wo hier die Südkurve ist.
01:22:16: Speaker 3 Wir haben dazu gesagt, für die zuhörigen Südkurve ist quasi unser Mitarbeiter Esburg-Reich, aber auch Eventbereich,
01:22:22: Speaker 10 in Geisburg-Halle. Ja, wo früher auch die große Bühne dann war, am Ende, wo man direkt auf die Terrasse gehen kann. Auf jeden Fall, ja, das Hauptversammlung, ich habe mich dann zu Wort gemeldet, der Michael Maier war gerade ein neuer ganz junger Geschäftsführer geworden beim FC. Der kam ja vom Studium, der kam ja jetzt gar nicht aus dem Sport oder irgendwo von einem anderen Verein, sondern ganz frisch hat man den vom Studium geholt, er hat da überzeugt wahrscheinlich hier unsere Verantwortlichen. Und dann habe ich gesagt, es fehlt das Bindeglied zwischen Mannschaft und Fans.
01:22:54: Speaker 10 Und dann hat er, nach der Versammlung, hat er mich nochmal angesprochen, gesagt, Herr Trüppel, wie stellen Sie sich das denn vor? Ja, ich habe da so ein Konzept und dann machen wir einen Termin aus und dann treffen wir uns. Dann haben wir uns zusammengesetzt und habe ich ihm das erzählt, was ich vorhab. Und da kriegte ich auch eine halbe Seite im Geisburg Echo und das auch ein bisschen publik zu machen, dass es jetzt sowas überhaupt gab. Die Südkurven News waren das. Habe ich noch alte Zeitschriften köstlich. Und dann wurde das ein bisschen bekannt gemacht, gibt jetzt einen Ansprechpartner, Fanclubs sollen sich melden. Wir haben dann erstmal eine Liste erstellt, wie viel Fanclubs es überhaupt gibt, so was gab es gar nicht. Und dann hatten wir so, fängst du mit 20, 25 Fanclubs an, dann wurde es immer mehr Kontaktpersonen, man kann sich melden, wenn was ist. Dann wurden Fahrten angeboten, dann gab es Geschichten über Auswärtsfahrten, Geschichten über Fanclubs, Geschichten über Fans, was heute völlig alltäglich ist, das war es damals aber nicht.
01:23:46: Speaker 10 hat das angefangen. 1989 mussten dann alle vom DFB aus alle Vereine einen Fennbeauftragten stellen. Wir waren damals schon fünf Jahre quasi Vorreiter.
01:23:56: Speaker 3 Klingt nach einer Menge Arbeit und das obwohl ja vollzeit tätig war.
01:24:01: Speaker 10 Was war denn das? Ich war in der Pharmaindustrie. Ich habe angefangen als ganz normales Pharmareferent. Dann war ich Regionalleiter. Daher habe ich so Lobbying-Arbeit gemacht, gesundheitspolitisches Lobbying-Arbeit. Hat mir immer Spaß gemacht. Ich hätte auch länger arbeiten können. Aber ich war im Außendienst. Und im Außendienst hast du einfach viel mehr Möglichkeiten, als wenn du jeden Tag im Büro hängst. Ich war viel unterwegs auch mit dem Auto. Und konnte mir während der Fahrt, konnte ich telefonieren. Wobei in achtzig Jahren war es noch schwierig zu telefonieren. Aber es war in den 90er-Jahren langsam.
01:24:33: Speaker 10 Also war dann mein eigener Herr auch. Und hat mir die Freizeit genommen, das dann auch zu tun. Und wie gesagt, alles ehrenamtlich in den ersten Jahren. Ich musste allerdings keinen Eintritt zahlen im Stadion. Der war frei. Und dann sage ich immer ganz gerne, der wird ja oft verteufelt. Herr Arzinger Bolten, was Fanarbeit angeht, war der super. Der ist mit mir sogar nach den Spielen hier im Stadion noch mal in den Hunsrück gefahren, bis spät abends, um den Fanclubstor zu besuchen. Der hat gesagt, Michael, du musst wenigstens, wenn du auswärts fährst, die Spesen ersetzt kriegen. Also Eintrittskarte und die Fahrtkosten zumindest. Gut, Bier habe ich dann noch selber bezahlt. Aber da kriegte ich dann das allererste Geld im Prozident.
01:25:14: Speaker 3 Das ist die ersten Jahre sogar draufgezahlt.
01:25:16: Speaker 10 Ja, kann man so.
01:25:18: Speaker 3 Aber wenn man ein bisschen recherchiert, genau, Pharmaindustrie ist klar, aber du hast nachopische Schauspielausbildung, genau so was Schauspiel.
01:25:25: Speaker 10 Das war in den Anfang der 70er-Jahre, also ich noch nicht wusste, was ich werden wollte oder wo meine Berufung drin lag. Und dann habe ich eine Schauspielausbildung gemacht. Ja, jetzt kurz, die Berufung befindet uns da so vom Alter. Es war jetzt nach der Schule oder? Ja, war 18, 19. Also 72, 73, so war das. Und ich war dann bei mehreren Schauspielschulen. Also ich war in Hamburg, in Bochum und in Berlin und nachher im Kellertheater letztendlich. Ja, das war mal schwierig, zum FC spielen musste ich ja dann immer los.
01:25:58: Speaker 10 Von der Thünheit? Ja, so zu sehr. Dann habe ich nachher im Kellertheater gespielt. Auch da kriegst du ja kein Geld, sondern es war vielleicht mal eine kleine Entschädigung oder was. Aber das war ja ein Amateurtheater oder wurde subventioniert von der Stadt. Da war damals noch eine Kleingedankstraße. So eine Rolle von dir? Kannst du dich noch an eine erinnern? Ja, ich habe den Gewehre der Frau Karaf und da habe ich einen Fischer gespielt. Dann habe ich einen Detektiven gespielt.
01:26:31: Speaker 10 Ah, wo war das schon so lange her? Dann habe ich auch teilweise beim WDR Filme mitgedreht. Da habe ich einen Journalisten gespielt. Da gab es immer gut Geld. Es war zwar ein langer Tag, aber da gab es auch richtig gut Geld. Also kam es in die Kartei mit rein und wurde es dann für bestimmte Dinge engagiert letztendlich.
01:26:50: Speaker 10 Ja, aber ich kann mir so die Rollen. Dürrenmatte natürlich, das üblich die Physiker, Dürrenmatte. Die Klassiker, die dann auf der Bühne immer gespielt werden.
01:27:00: Speaker 3 Wer ist Pensibler? So ein Theaterpublikum oder 50.000 Päten?
01:27:07: Speaker 10 Was mir geholfen hat natürlich durch die Schauspielausbildung ist Sprache, Mimikästik, keine Angst, keine Nervosität. Oder Nervosität hat man immer. Das gehört auch zu, das ist auch eine gesunde Nervosität, aber jetzt nicht übernervös. Auch zu lernen, frei zu sprechen. Also wenn man jemanden einen Text gibt und ich müsste den ablesen, das ist schlimmste was es für mich gibt. Also ich möchte frei sprechen, ich gucke mir den Text ab und dann werde ich den so formulieren, dass es für mich und für meine Sprache richtig ist und für meinen Typ auch richtig ist. Und gut auf der Bühne lernen sie dann eben auch keine Angst vom Publikum zu haben. Wobei du sagen, im Theater ist es ja eigentlich viel intimer als im Stadion. Und wenn du dann vor 10, manchmal waren es auch 100 oder 80, manchmal waren es auch nur 10 oder 20 Leute, das spielst, dann gucken die schon ganz genau hin, was du da machst und tust. Und du weißt, du wirst beobachtet bei 50.000 ist das eher nicht der Fall oder in der Masse geht das dann unter letztendlich. Aber es hat mir natürlich sehr geholfen als Stadionsprecher auf jeden Fall. Wie bist du dann vom Fanbau-Trag zum Stadionsprecher? Ja, das dauerte noch ein bisschen.
01:28:13: Speaker 10 Ich habe bis 1991 das Fanprojekt gegründet, das hatte jetzt 15.000 Mitglieder, dann habe ich 94 aufgehört, 89, ich habe bis 1989 alles alleine gemacht, dann kam der Rainer Männel dazu, der war auch aus dem Fanclub Higots und hat mir dann geholfen, hat mir assistiert.
01:28:29: Speaker 3 Gibt noch alte Bilder von euch?
01:28:30: Speaker 10 Ja, genau.
01:28:31: Speaker 3 Schicken großen Brillen.
01:28:33: Speaker 10 Schnauzbeer. Genau. Und dann habe ich 94 aufgehört, er hat dann das übernommen, ist er dann zwei Jahre später auch fest angestellt worden,
01:28:43: Speaker 10 Dann 94 bin ich Stadionsprecher der Amateure geworden, Presse-Sprecher der Amateure, so was gab es damals, ja, ja, genau, im Franz-Grimmer-Stadion. Weiß noch, ich hatte einen tragbaren CD-Player, den hatte ich immer im Auto und den habe ich dann immer mitgenommen, dann an die etwas komische Anlage damals im Franz-Grimmer-Stadion angeschlossen mit einem Mikro und so fing das alles an. Ich habe alles selber gemacht, ich habe die Moderation gemacht, ich habe die Musik eingespielt, also heute haben wir ja da sich Leute führt, damals ging das auch mit einem einzigen. Es war aber gut, weil da den ersten Anfänger waren, ich konnte bestimmte Dinge schon mal ausprobieren im Kleinen, die ich dann nachher später dann ins Groß übertragen habe und bin 84 auch, Quad 94 auch Assistent vom Hansgärt-König geworden. Die brauchten einen DJ, das habe ich dann gemacht im Stadion, ja im Münchersdorfer Stadion. Neuer durch? Ja, das war dann ja auch schon wieder die Jahre gekommen. Ja, bevor ich da weitererzähle, wir können noch stundenlang erzählen, das Münchersdorfer Stadion sollte eigentlich für die Weltmeisterschaft 1974 fertig sein. Und wie das in Köln so ist, ist es erst 1975 fertig geworden, so hatten wir keine WM in Köln letztendlich. Und das für mich ein Riesenglück war, weil nämlich dann die Weltmeisterschaft 2006 wieder nach Deutschland kam. Und weil wir 1974 nicht berücksichtigt werden konnten, wurden wir 2006 berücksichtigt. Ich denke, wenn wir 1974 die WM in Köln gehabt hätten, wären wir 2006 nicht wieder berücksichtigt worden. Und so durfte ich dann fünf Spiele bei der Weltmeisterschaft im Kölner Stadion moderieren, wäre sonst nicht passiert.
01:30:17: Speaker 10 Und auch da, obwohl der Kölner später... Ja, wir später. Wo waren wir später?
01:30:22: Speaker 10 Ja, ja, er presst sich bei DJ im Stadion, klar, Hans-Gerhard König, Assistent.
01:30:28: Speaker 10 Aber das DJ spielen im Stadion damals war eine Katastrophe. Wir hatten diese Lautsprecher-Trichter. Und ich sage immer, man konnte da AC, DC oder Heino spielen. Das hat sich alles gleich angehört. Der andere Dramaturgie aufzubauen war völlig unmöglich.
01:30:42: Speaker 3 Diese Trichter so in etwa für die jungen Generationen, die so mega froh waren.
01:30:47: Speaker 10 Ja, so ähnlich.
01:30:48: Speaker 3 Und das ist natürlich selbst heute mit den modernen Anlagen, hier und da schon mal verständlich getrunken.
01:30:55: Speaker 10 Ja, aber da war das ganze Katastrophe. Und auch die Durchsagen waren dann immer sehr dezent, sage ich mal, auch gezielte Durchsagen. Und es gab ja nicht dieses Programm, hatten wir eben schon drüber gesprochen, wie das heute ist. Mit Mannschaftsausstellungen, mit Tour, Jingle, mit Vorprogramm, allem Drum und Dran. Das ist dann erst später gekommen. Man ist gerade König, hat dann 1999 aufgehört. Und das erzählte ich dann auch immer gerne bei der Stadtrundfahrt, wenn wir am Südstadion vorbeifahren. Das ist ein letztes Spiel, und das ist ein bisschen traurig. Das letzte Spiel war in der zweiten Liga, im ersten Jahr, zweite Liga, 98, 99, im Südstadion gegen Aminia Bielefeld. Wir mussten im Südstadion spielen, weil im Münchersdorfer Stadion die Aufbauten für das Rolling Stones-Konzert begann. Und dann sind wir dann in den Südschirmen, es ging dann für beide Mannschaften noch nichts mehr. Wir sind ja damals noch 10. da geworden, unter Bernd Schuster, ein grausames Saison, ganz grausames Saison.
01:31:49: Speaker 10 Ja, und dann haben wir das auch noch 3 zu 5 verloren gegen...
01:31:52: Speaker 10 war sein letztes Spiel, das finde ich sehr schade. Ich hätte ihm dann zu seinem Abschied sicherlich ein schöneres Spiel gewünscht, als im Südstadion gegen Aminia Bielefeld und auch noch zu völlig ran.
01:32:02: Speaker 10 Ja, dann habe ich das 99 übernommen. Das war dann kein großes Auswahlverfahren. Hans-Gert König wurde gefragt hier von den Verantwortlichen. Trauen Sie das dem Triple zu? Dann hat er ja gesagt und dann habe ich das übernommen.
01:32:16: Speaker 3 Aber dein allererstes Mal vor großer Fünschbrechen kam recht unverhofft, habe ich jetzt...
01:32:21: Speaker 10 Ja,
01:32:24: Speaker 10 das war 1996, damals, wie gesagt, Assistent von Hans-Gert König. Wir machen ja damals in der alten Sportdale jeden Januar ein Hallenfussballturnier.
01:32:36: Speaker 10 Und 1996... Ja, das war auch immer schön, dieses Hallenfussballturnier. Sollte natürlich Hans-Gert König moderieren, er ist dann krank geworden. Und zwei Tage vorher kriegte ich dann den Anruf. Herr Triple, können Sie das moderieren? Herr König ist krank geworden, habe ich natürlich ja gesagt. Und dann habe ich noch einen Freund dazugenommen, der war dann für die Musik zuständig. Dann lief erstmalig, das kann man sich gar nicht vorstellen, erstmalig bei einer FC-Veranstaltung, kölische Musik in der Halle. Und die Leute hatten richtig Spaß, haben mitgeklatscht, mitgesungen, mitgeschunkelt. Und wir haben dann, und das war das allerschönste, das Endspiel gegen Menschen in Gladbach mit fünf, drei gewonnen. Also das war ein tolles Erlebnis, einfach schon damals. Wie viel passen da? Nee, so viel passen da nicht rein. Ich glaube, weiß gar nicht, 9000, aber sowas.
01:33:22: Speaker 3 Wie erginkst du denn zwei Tage bis dann?
01:33:25: Speaker 10 Ja, da war die Vorbereitung lieb. War es natürlich nervös und macht sehr viele Gedanken. Wie können wir das machen? Wie kann ich das gestalten? Was hätten die? Also für mich ist es immer als Moderator oder auch als Stadion, sprich ja egal, wenn ich vor Leuten rede, für mich ist es immer wichtig zu sehen und zu überlegen vorher,
01:33:44: Speaker 10 wenn du da unten sitzen würdest und du würdest da jemand oben stehen sehen, der redet. Was würdest du von dem erwarten?
01:33:51: Speaker 10 Und das finde ich immer ganz wichtig. Es gibt ja Leute, die da oben stehen, die erzählen immer von sich selber, stundenlang, kommen gar nicht zu Potte, auch nicht mehr zum Programm eigentlich. Und das finde ich immer wichtig, dass sich nochmal immer wieder vor Augen zu halten. Ja, und so habe ich mir das überlegt, was würde ich, wenn ich da jetzt als Fan sitzen würde in der Halle, was fände ich gut? Und das habe ich dann gestaltet einfach und umgesetzt.
01:34:14: Speaker 3 Erinnerst du dich noch an die allerersten Worte, die dann gefallen sind?
01:34:18: Speaker 3 Du hast sonst so ein gutes Gedächtes?
01:34:19: Speaker 10 Ja, aber sie kommen natürlich, sie fängst dann mit der Begrüßung an. Und aber dann wurde vorher schon vor der Begrüßung, wurde schon entsprechend Musik gespielt, wo man mitschunkel mitklatschen konnte, mitsingen konnte, dass auch die Laune dann schon sehr, sehr gut war in der Halle. Aber was ich da weiß, ich weiß nicht mehr, das ist schon herzlich willkommen wahrscheinlich. Nicht in der schönsten Stadt Deutschland, das kann schon werden.
01:34:40: Speaker 3 Lass uns das doch mal aufgreifen, weil du hast dann, als du hauptantlicher Stadionsprecher auch in großen Hüngersdorfern wurdest, ein paar Dinge etablierst, die bis heute Bestand haben und als Normal gelten, wie zum Beispiel die kühlische Musik die da waren, aber auch natürlich der Satz, der über die Kölner Grenze hinaus bekannt ist?
01:35:00: Speaker 10 14.08.1999, erster Spieltag, zweites Jahr zweite Liga, Evert Lin war gerade Trainer geworden. Und wir hatten vor im Pokal in Wattenscheid 7 zu 1 gewonnen und wie das so in Köln ist. Auch wenn das nur ein Dritt oder zweitligist war und sieben zu eins gewonnen hat, dann, ich glaube, war ein Drittligist damals Wattenscheid. Dann hast du schon wieder eine kleine Euphorie, obwohl die erste, zweitliga Saison so eine Katastrophe war.
01:35:26: Speaker 10 Wir spielten gegen Rotweiß Oberhausen am 40. August 1999, heute vierte Liga, damals zweite Liga.
01:35:34: Speaker 10 Es waren 22.000 Zuschauer da, immerhin im Müngersdorfer Stadion und was ganz neu war, wir hatten auf der Laufbahn Boxen aufgestellt, um die Akustik zu verbessern.
01:35:48: Speaker 10 Und ich stehe in der Mitte und mache dann die Begrüßung, das ist ja so ein Normalfall, die Leute murmeln, so ein bisschen unterhalten sich weiter bei so einer Begrüßung. Es war mein allererster Spiel und für mich auch die Frage, wie nehme ich die Zuschauer an nach Hans-Gerd König. Bei den Jüngeren hatte ich keine Bedenken, war ja ein Fanbeauftragter, die kannten mich alle, aber wie ist das mit den Älteren. Und wie gesagt, die murmeln so ein bisschen, unterhalten sich, werde ich die Begrüßung mache und ganz zum Schluss habe ich dann wirklich gesagt, herzlich willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands. Und dann war ich noch, da war so fünf bis zehn Sekunden Ruhe.
01:36:20: Speaker 10 Hä? Was hat der da gesagt? Hat der das wirklich gesagt? Und dann gab es Applaus.
01:36:27: Speaker 10 Ich wusste ja, ich habe alles richtig gemacht. Es war damals die Entscheidung für mich, also wir hatten ja dieses furchtbare Zweite-Liga-Jahr hinter uns, keine Stimmung, keine Atmosphäre, Tristess auch im Stadion. Ich sage, wie kriegst du wieder ein bisschen Stimmung, Atmosphäre zurück hier ins Stadion. Wie kannst du ein bisschen mehr Selbstwusstsein auch entwickeln? Und da kam ja die Idee zu sagen, sagst du mal, mal herzlich willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands, wir sind stolz auf die Stadt, wir sind stolz auf unseren Verein.
01:36:55: Speaker 10 Wir wollen was Neues beginnen und dann kam die Kölschmusik ja auch erst einmal im Kölner Stadion, lief dann Kölschmusik, jetzt geht es los von den Höhen an. Hey, Kölsch, du bist ein Gefühl, wir hatten einen Countdown, noch den wir dann gespielt haben. Hatte der Tobias Franz Grote, der ja mit mir das jetzt seit 27 Jahren macht, als DJ, der hatte das irgendwie diesen Countdown von irgendeiner Diskothee irgendwo in Südfrankreich oder weiß ich wo, hatte er sich das besorgt.
01:37:22: Speaker 10 Ja, ja genau, und wir haben ja dann auch mit Kassettenrekordern angefangen, mit CD-Playern dann, völlig irre.
01:37:32: Speaker 10 So hat sich das entwickelt. Dann kam ganz kurz danach die Hymne und dann habe ich auch ganz spontan gesagt, meine Damen und Herren, ich darf Sie bitten, sich von Ihrem Paletzen zu erheben für unsere Hymne, weil ich mir dachte, so ein Nationalhymne, da erhebt man sich im Prinzip. Ich habe auch ganz am Anfang Nationalhymne gesagt und dann hat man mir gesagt, komm lass das National weg, das gibt Ärger und seitdem ist einfach die Hymne. Immer noch funktioniert immer noch.
01:37:57: Speaker 3 Absolut, weil wir den Satz jetzt schon mal gehört haben, herzlich willkommen der schönsten Stadt Deutschlands und du eben auch schon die WM26 Anwürzungen hast, die sicherlich für dich ein Erlebnis ist, das für immer bleibt. Ich erinnere mich, dass du diesen Satz natürlich auch integrieren wohnst, aber mit der FIFA hast du eine Institution ganz genau vorliegt.
01:38:19: Speaker 10 Genau, vorgesehen von der FIFA, dass ich das sage, dann habe ich dann überlegt, ja, ja, ja, alles auch.
01:38:28: Speaker 10 Wenn man schön immer kennen zu lernen, kann man immer die Meinung geigen. Aber gut, das ist ein anderes Thema.
01:38:34: Speaker 10 Ja, wie kriege ich den Satz rüber vor dem internationalen Publikum? Herzlich willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands. Ich musste vor dem Spiel ein Interview führen mit dem Maskottchen, dem Guleo, das ist ja dieser Löwe ohne Hose gewesen, da war jemand drin in dem Kostüm. Und vorher wurden auf den Leinwänden, auf dem Bildschirm wurden noch Bilder von Köln gezeigt. Dann habe ich auf Englisch das Interview mit ihm geführt, dann habe ich ihm gefragt, was er so alles in Köln gesehen hätte. Und dann hat er ein bisschen was aufgezählt. Dann habe ich ihm gesagt, ganz zum Schluss frage ich dich, how do you like Cologne? Und du antwortest bitte jedes Mal, Cologne is the most beautiful city in Germany. Das hatte er auch wirklich jedes Mal gemacht. Und so war dieser Satz dann vor einem internationalen Publikum rübergebracht. Auch das ist ein Kultus, dass man ein Interview mit dem Maskottchen gibt. Ja, das war damals so. Es war jetzt bei der EM, da gab es gar kein Programm draußen. Also bei der WM war das noch so. Dann gab es wirklich so ein Stadionprogramm, wie wir es bei uns ja auch haben. Bei der EM gab es das jetzt überhaupt nicht mehr. Und aus Kostengerunden wurde mir irgendwann mal gesagt.
01:39:43: Speaker 10 Und Kostengerunden, da kann man sich gar nicht vorstellen.
01:39:48: Speaker 10 Ja, auf jeden Fall, das war eine tolle Zeit, 26. Und da war ja noch eine schöne Geschichte. Das Musikprogramm war ja auch überall gleich, auch von der FIFA vorgesehen.
01:39:58: Speaker 10 Wir hatten ein Spiel, ich bin jetzt nicht mehr sicher, ich mein Portugal oder Frankreich gegen Ghana. Da war ich nicht alleine unten, der auch Stadionregif führte, war auch ein dicker FC-Fan. Und dann haben wir den Disjockey so lange bearbeitet. Dann hat er wirklich irgendwann mal Viva-Colonia von den Höhlen eingespielt. Und dann sangen auch die Ganesen alle mit, weil ja der Refrain sehr, sehr einfach ist. Und dann war auch da eine tolle Stimmung. Und dann fand die FIFA das auch nicht schlimm im Gegenteil. Die konnten sich dann an die Brust kloppen, wie toll hier die Stimmung wieder ist. Und dann gab es zwei Tage später ein Zeitungsartikel, jetzt nicht immer Express-Stadionzeiger oder Rundschau, nein, in der Süddeutschen Zeitung. Mit der Überschrift, Trippeltricks die FIFA aus.
01:40:40: Speaker 10 Ach, den habe ich mir ausgeschnitten. Die FIFA auszutricksen, das ist immer ganz schön spaßig, oder?
01:40:44: Speaker 3 Ich glaube, du sammelst auch zum Beispiel deine Zettel.
01:40:52: Speaker 10 Die Zettel sammel ich, ich muss sie mal sortieren. Die sind in irgendeinem Regal, es ist ein Boost inzwischen geworden. Kannst du mir jetzt auch so vorstellen, hast du dann einen FC-Fan, hast du Bilder, und hast du das alles weggezogen? Ja, ich habe ja noch eine Frau, die immer sehr, sehr verständnisvoll war, auch in den vielen, vielen Jahren jetzt. Ich fände beauftragter war, da war ich teilweise, ihr hattet tagelang weg. Wir waren jedes Jahr international dabei, genau.
01:41:17: Speaker 10 Und sie hat mir erlaubt, dass ich auf der Gästetoilette meine Sachen ausstelle.
01:41:23: Speaker 10 Das heißt, im Wohnzimmer, also erst mal im Flur, wenn er reinkommt, hängt natürlich das Bild von Hans Schäfer mit der Widmung. Dann aber die ganzen vielen kleinen Sachen, dann Mitgliedsbilder von verschiedenen Fanclubs, oder Ehrenmitglied geworden, dann natürlich Ehrenmitglied beim ersten FC Köln, die Tafel, alles das ist auf der Gästetoilette, die quillt über, da kannst du gar nicht mehr stehen inzwischen. Aber ich habe mich damit hier arrangiert, dass es okay ist, und es bleibt da noch so. Natürlich ist aber auch ein Gipskiesbock, ist auch im Wohnzimmer zu sehen, also so ist es. Im Medialpads auch mal im Gäste-Klo ja auch sitzen und nicht gehen.
01:42:01: Speaker 3 Ich glaube, weil es für viele Fans total interessant ist, würde ich gerne einmal mit dir durch den Spieltag gehen, weil natürlich das Prägnanteste, wo man dich am ehesten hört, ist die Mannschaftsaufstelle, ist der Torschrei, aber das ist ja nicht alles, was du am Spieltag machst. Erzähl uns gerne, wie sieht dein Spieltag aus, wann bist du am Stadion, was passiert da?
01:42:20: Speaker 10 Also wir treffen uns um, wenn das Spiel, ich fange jetzt zum Spiel, um 15.30 Uhr, treffen wir uns um 12.30 Uhr im PK-Raum, da sitzen dann die ganzen Techniker, dann sitzt Event, Event ist ja für die Veranstaltung zuständig, da sitzen diejenigen, die Anzeigentafel bedienen, und dann gibt es ein Programm, das ist wirklich 3, 4, 5 Seiten dick, und das steht minutiös, wirklich auch sekundemäßig drauf, wie so ein Fernsehprogramm abläuft, wann welche Dinge zu tun sind. Dann weiß auch der, der die Anzeigentafel bedient, weiß wann muss Erwerbung einschalten, einspielen, wann muss er welche Tafeln zeigen. Meine Moderationen sind dort abgebildet, wann genau die Begrüßung kommt, wie das Inhalte oder die Inhalte des Programms aussehen, wie heißt das Stadion Kind, wer ist Partner des Tages, was gibt es im Programm heute, dann kommen die Geburtstagsgrüße, dann werden die Gehörlosen, werden begrüßt, und dieses ganze Programm, was dann abläuft, wird vorher besprochen im Detail, und das dauert so eine gute halbe, 3, 4 Stunden, dann geht es raus auf den Platz und dann machen wir die technische Probe, also im Mikrofon, ich habe mir einen Knopf im Ohr, da bin ich mit der Regie immer verbunden, ist da, funktioniert das, alles kann die Regie mich hören, wir haben ja inzwischen Gott sei Dank, das waren die ersten Jahren noch nicht so, da hatte ich einen Mikrofon, da musste mich die Regie immer auf und zu machen. Wenn die mich zugemacht hat, konnte ich mit der Regie sprechen, und wenn die mich aufgemacht haben, konnte ich raus ins Stadion sprechen, und manchmal gab es dann auch Verzögerungen, weil die Regie nicht gehört hatte oder nicht reagiert hatte, oder was auch immer, inzwischen habe ich Gott sei Dank seit einigen Jahren einen Mikro, wenn ich da auf den Knopf drücke, komme ich raus, und wenn ich nicht auf den Knopf drücke, rede ich mit der Regie über dem Mikrofon.
01:44:05: Speaker 3 Ist das schon mal aus Versehen was durch die Lautsprecherkabine gehalten wird?
01:44:08: Speaker 10 Ach, das kann ich mir gar nicht vorstellen.
01:44:12: Speaker 3 Okay, dann habt ihr diesen Besprecher?
01:44:13: Speaker 10 Ja, dann habe ich eine Stunde Zeit, dann gehe ich hoch in die Sprecherkabine, und lehst mir das nochmal durch, wenn es im Osten, die ist ja im Osten,
01:44:22: Speaker 10 ja zwischen Poldiloge und Polizei quasi, PP, Poldiloge und Polizei, und da sitzt ja auch der Tobias Franz Grute, macht da die Musik heutzutage, macht das ja alles mit Laptop oder so, da gibt es ja kein Kassettenrekord mehr, oder CD-Player, oder Schallplanenspiel. Weil, ich habe in der Sprecherkabine noch eine. Wir haben eine tolle, neue Junghandsuhr, die wir früher noch aus den Tonhallen kannten, und die wird wirklich mit der Hand bedient, die zieht man auch auf, die früher eine Uhr aufgezogen hat, und ich sage immer ganz spaßig, das ist das Einzige, was wirklich funktioniert.
01:44:58: Speaker 10 Das ist die Uhr. Da gibt es keine Pannen, da gibt es keine Pannen oder irgendwas. Ja, die drücken wir dann, wenn Anpfiff ist, bei 45 drücken wir wieder auf Rot, und stoppt sie, und dann, wenn die 2.5 Uhr anfängt, drücken wir die Wider, dann haben wir immer die genaue Spielzeit auch, die wir dann auch entsprechend durchgeben. Dann haben wir von der Kabine aus rechts an der Wand einen Bildschirm, da läuft das Spiel dann auch parallel, damit man da auch nochmal gucken kann, was nicht genau gesehen hat, ist es der Torschütze, ist es nicht.
01:45:28: Speaker 10 Und ich weiß noch, da waren wir einmal ein Tor, Zichos und Skiri waren das, glaube ich. Die beide fast gleichzeitig den Ball über die Linie geschoben haben, und da habe ich noch im Fernsehen, guckt gleich, im Fernsehen konntest du das nicht sehen, also, was machst du jetzt, wen nimmst du jetzt, wenn du den falschen sagst, ist der andere sauer, und dann habe ich gesagt, nennst du jetzt beide, Feierabend, dann sind sie beide zufrieden.
01:45:48: Speaker 3 Kommen wir gleich, vielleicht auch noch, oder kommen wir in den Fall kurz zu, was ist, wie läuft das bei so Auswechslungen, oder wie, mit wem bist du im Haus, guckst du selber, wer rausgeht?
01:45:59: Speaker 10 Wir gucken selber, Tobias hat sich sogar jetzt ein Feldstecher mal irgendwann besorgt, weil wir ja auf der anderen gegenüberliegenden Seite sind, und wenn sich die Spieler warm machen und ihre Trikots schon anziehen, können wir schon manchmal erkennen, welche Nummer das ist.
01:46:15: Speaker 10 Raus kannst du es meistens erst sehen, wenn die Tafel gezeigt wird, die sehen wir natürlich auch, und hoffen, dass das auch richtig ist, und du siehst manchmal auch natürlich die Spieler, weil sie gehen ja auf der anderen Seite raus und den Rücken siehst du, dann kannst du dann entsprechend die Nummern auch lesen, aber wir kriegen jetzt keine Anweisung von außen, sondern gucken wir uns selber an.
01:46:34: Speaker 3 Was ist dein Highlight des Spieltags? Was sprichst du am liebsten ein, oder ist es vielleicht so, oder?
01:46:39: Speaker 10 Ja, das kommt drauf auf den Nuss. Also das Schönste ist eigentlich, wenn du in der Nachspielzeit das Sieg-Tor schießt, und das Stadion explodiert, und du darfst das Tor dann auch noch euphorisch ansagen, das macht am meisten Spaß.
01:46:53: Speaker 3 Die Mannschaftsaufstellung ist ja so das erste richtige Mal, wo die Publikum auch interagiert ist, das Spieltag.
01:47:03: Speaker 3 Ist das noch ein besonderer Moment für dich, und bist du auch da noch nervös?
01:47:06: Speaker 10 Ja, ich habe mal nervös, nicht mehr wegen der Moderation, aber ich bin grundsätzlich nervös, wenn der FC spielt. Das ist so. Das wird überhaupt nicht auf. Ich wollte da immer mal ruhiger werden, ich habe gesagt, wenn du älter wirst, dann lässt das nach. Nein, gar nicht. Kann ich eben nur vorwahren, das lässt nicht.
01:47:24: Speaker 10 Ja, die Navasität ist grundsätzlich da, wenn der FC spielt, aber jetzt nicht mehr, was die Moderation angeht. Das ist eigentlich jetzt klar.
01:47:34: Speaker 10 Einste würde dann immer, oder als Moderator ja immer Angst hast, dass plötzlich die Stimme weg ist, oder du ein Frosch im Hals hast, oder ein Krümel in der Treuheit, wenn man sagt, das ist immer wär dann blöd in dem Moment, aber toll, toll, toll.
01:47:49: Speaker 10 Bisher war das meistens schlimm. Was mal war, dass das Mikro plötzlich nicht mehr tat, du stehst da und willst die Mannschaftsaufstellung machen, und das Mikro tut's nicht. Und dann läuft es an die Seite zum Techniker, der da steht, und dann sind ja Sekunden, kommen die ja wie Minuten vor.
01:48:04: Speaker 10 Dann gehst du wieder zurück, und dann tat's Gott sei Dank, und dann konntest du damit anfangen.
01:48:08: Speaker 3 Ganz kurz meine Moment holen, wenn du dann wirklich, du gehst dann ja auch von deinen Träsen in der Südwest-Ecke, wenn du dann gehst dann wirklich in so 16er Höhe vor die Südkurve, machst du dann die Mannschaftsaufstellung,
01:48:20: Speaker 3 das ist das für ein Gefühl.
01:48:21: Speaker 10 Also ich geh dann los, wenn der Händes gekommen ist, und mich angesagt habe, und er ist dann da, dann geh ich langsam Richtung Mitte Linie erstmal,
01:48:31: Speaker 10 und dann kommt ja der Herzschlag, und dann kriegt die Regie, sagt man dann, du kannst anfangen, wir sind soweit mit den Anzeigetafeln und so, und dann mache ich hier erstmal die Begrüßung, aber das ist auch Routine inzwischen mit dem Satz zum Schluss, herzlich willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands.
01:48:51: Speaker 10 Weiß ich nicht, da hatten wir gegen Hamburg gespielt,
01:48:55: Speaker 10 fällt mir gerade die Geschichte wieder ein, und dann haben die natürlich gefiften in der Gästekurve, dann habe ich mich nochmal umgedreht zu ihnen, und habe gesagt,
01:49:03: Speaker 10 schön, dass ihr 5, da weiß ich, dass ihr es gehört habt.
01:49:07: Speaker 10 Ja, und dann kommt die Mannschafts, dann gehe ich dann Richtung 16er Raum vor die Südkurve, und dann kommt die Mannschaftsstellung, und dann hoffe ich eben, dass ich gut bei Stimme bin, dass alles klar rüber kommt, laut, deutlich,
01:49:18: Speaker 10 und dann machen die Fans mit, und das ist dann immer toll. Dann geht auch der Blutdruck nochmal hoch.
01:49:25: Speaker 3 Gab es in all den Jahren schon Momente, wo mal was schief gelaufen ist, und dann kommt jetzt vielleicht ein kurzes Mikro, sondern das, weil ich mich zum Tor ausrufen wollte, sondern es ist schon das nächste gefallen, oder gab es mal ein Versprecher?
01:49:36: Speaker 10 Ist mal sowas in diesem Fall passiert? Also Versprecher lernen Sie sehr schnell, wenn du dich versprügst, einfach weiterzusprechen. Wenn du anfängst zu stottern, oder dann fällt es irgendjemand auf, aber wenn du weiterspürst, das interessiert überhaupt keinen, im Prinzip, auch wenn du irgendeine Driss erzählst. Ich weiß mal irgendwann habe ich mal auf der nochtribüne,
01:50:02: Speaker 10 ich weiß nicht noch, da sieht drüben, weiß ich gar nicht, sollte ich dann die Mitarbeiter der Kreisparkasse Köln begrüßen.
01:50:09: Speaker 10 Und dann habe ich gesagt, wir begrüßen auf der Kreisparkastetribüne die Südgore und Organsumflützen. Und habe dann aber gesagt, was hast denn jetzt für ein Interesse erzählt? Und hat dann aber weiter erzählt, das war überhaupt keinen Aufgefall.
01:50:23: Speaker 3 Ich muss so sagen, in den 27 Jahren, wenn das alles ist an Pannen, dann hast du gut einen Job gemacht.
01:50:28: Speaker 10 Danke, danke. Nee, aber so eine große Pannen, das ist vielleicht mal ein Namen falsch ausgesprochen, da habe ich gesagt, jetzt beim letzten Mal, weil da heißt der Thais und da habe ich Thies gesagt. Aber jetzt weiß ich auch, dass er Thais heißt.
01:50:40: Speaker 3 Ich erinnere mich noch, das war das Poldi-Abschiedsspiel, kein offizielles Wettbewerbsligerspiel.
01:50:49: Speaker 3 Da sind in der zweiten Halbzeit so die Tore gefallen, dass du gerade noch in der Anmoderation, dass es sich zwei zu vier warst und dann viel schon das drei zu viel warst, dann nur noch, oh jo jo jo, oder so.
01:51:01: Speaker 10 Ja, gut, das ist ja so ein Spaßspiel gewesen, ein Spaßspiel. Und dann kannst du auch entsprechend die Moderation so machen, dass du da mitgehst. Ja, gut, dann ist es ja auch bei Freundschaftsspielen, wenn ich die moderiere, dann werden plötzlich elf Leute vergewächselt. Dann sage ich auch nicht mehr, wer rausgegangen ist, ich sage da nur noch, wer reingegangen ist. Das kann doch kein Mensch mehr behalten letztendlich, auch von den Zuschauern her nicht. Vielleicht interessant, wer jetzt neu kommt, aber wer dann raus ist. Und wenn elf neu kommen, müssen auch elf rausgegangen sein.
01:51:30: Speaker 3 Wir geben unseren Fans auch mal die Kundlichkeit, Fragen einzureichen über Instagram. Und wir haben die heutige Fanfrage von Jox1948. Und auch die Frage ist natürlich hochinteressant. Was war dein schönstes Spiel das bisher als Steigerstand?
01:51:48: Speaker 10 Es gab natürlich viele schöne Spiele, die ganzen Aufstiege waren schön. Die Sondersiege, 3-2 gegen Bayern München nach 0-2 Halbzeit stand. Aber das allerschönste Spiel und das Emotionalste war einfach der 20. Mai 2017. Letzter Spieltag gegen Mainz 05, toller Sommertag. Wir hatten auf den Vorwissen noch ein bisschen Programm mit Musik und Interviews. Und wir hatten die Chance, wenn wir das Spiel gewinnen und auf den anderen Plätzen läuft es für uns, dass wir Fünfter werden. Und nach 25 Jahren, erstmalig wieder im internationalen Wettbewerb sind. Es steht zur Pause 1-0 durch Hektar, 10 Minuten Verschluss steht es immer noch 1-0. Und wir wussten, wenn das alles so bleibt, weil auf den anderen Plätzen lief es wie am Schnürchen, dann sind wir wirklich Fünfter und dann wussten wir, dann wird das Stadion geflutet von den Zuschauern. Dann wurde ich gebeten, aus der Sprecherkawine rauszukommen, runterzugehen in den Westbereich und da wo dieser kleine Balkon ist, da steht heute Merzenich Bäckerei, da hinzukommen, weil wir wussten, wenn das Stadion geflutet wird, dann habe ich da die beste Aussicht und die beste Möglichkeit zu moderieren. Genau, genau, richtig, genau. Und dann komme ich da im Westen vorbei, schild von Radio Köln und da fällt das 2-0 durch Juja, Osaka und ich brülle nur ins Mikro. Halleluja, Osaka. Dann gab es die Nachspielzeit, 3 Minuten wurden angezeigt, auf den anderen Plätzen war die Spiele teilweise beendet, genauso wie wir es brauchten, wir führten 2-0, für meins ging es um nichts mehr, die beiden Mannschaften tat sich auch nichts mehr und dann habe ich dann nach 2 Minuten Nachspielzeit nochmal das Mikrofon genommen und habe dann ganz ruhig gesagt,
01:53:24: Speaker 10 meine Damen und Herren, soeben stellte in Kopenhagen das Telefon.
01:53:29: Speaker 10 Und da wussten alle im Stadion, wir haben es geschafft, wir sind mal 25 Jahren wieder im Internet, wieder im internationalen Wettbewerb.
01:53:38: Speaker 10 Ja, dann wurde das Stadion geflutet von den Fans, auf den Rängen, weiß ich noch, ältere Herren lagen sich in den Armen, waren am Heulen, dass wir das nochmal miterleben dürfen mit dem FC international zu reisen und dann kam natürlich das Erlebnis London auch sensationell.
01:53:55: Speaker 3 Herr Stohl, sind Sie noch auswärts nicht?
01:53:56: Speaker 10 Ja, so oft kann ich nicht, ein paar Mal ja, aber wir haben oftmals das Problem, dass die U21 parallel zu Hause spielt, wenn wir auswärts spielen. Und die mache ich ja auch noch, die U21, auch die U19, U17, wenn sie im Franz-Gremer-Stadion spielen, das ist immer ganz interessant, weil du die jungen Nachwuchsspieler ein bisschen kennenlernst und dann auch mal so einen in den Jahren guckst, was ist aus denen geworden, ist aus denen was geworden, gute Ansätze gezeigt, reicht das letztendlich und dann wirklich gestandener Bundesligaspieler zu werden, das ist auch ganz spannend zu machen.
01:54:30: Speaker 3 Und das ist dann derjenige, der Sie ausrufen darf, wenn Sie dann...
01:54:32: Speaker 10 Wenn Sie dann so weit sind. Deshalb machen wir bei der U21 und auch bei der U19, U17, machen wir ja nicht das Trömmelchen, sondern wir machen Hekelle, was wir ganz früh auch gespielt haben bei den Profis, so mit der Ansage, wenn ihr das Trömmelchen hören wollt, dann müsst ihr euch noch ein bisschen ansteigen. Gut gemacht, Herr Stohl. Ja, ja.
01:54:53: Speaker 3 Michael, zum Ende unseres Podcasts haben wir 90 plus 3, die Nachspielzeit in der jeder Gast die drei gleichen Fragen macht.
01:55:03: Speaker 3 Die erste Frage ist relativ einfach, was soll das? Was steht am restlichen Tag umwenden?
01:55:08: Speaker 10 Ich überlege gleich, ob ich noch ein bisschen Golfspiele oder zumindest ein bisschen Golfspiele trainiere, hängt vom Wetter, wenn es regnet, werde ich es nicht tun, sonst reläxt ich einfach mal.
01:55:18: Speaker 3 So muss es auch sein, die Stürme schoben für das Heimspiel.
01:55:21: Speaker 10 Genau, am Samstagabend.
01:55:23: Speaker 3 Was willst du dann noch erleichtern?
01:55:28: Speaker 10 Also, in meinem Alter ist es allerwichtigste, gesund zu bleiben, zufrieden zu sein, und das bin ich eigentlich, ich bin sehr zufrieden.
01:55:36: Speaker 10 Und ich möchte mit dem ersten Nachts die Köln nochmal irgendwas gewinnen.
01:55:41: Speaker 10 Und nicht nur den Uhrenkap.
01:55:44: Speaker 10 Der Leinlachkap. Ja, das ist ja mein Traum, dass ich abtrete, wenn der FC den Champions League Pokal geholt hat. Ich darf ihn dann in die Höhe stemmen und fahre mit dem Ding dann rückwärts rauf hin, und das war es dann.
01:55:59: Speaker 3 für dich der erste FC Köln?
01:56:02: Speaker 10 Mein Leben, kann ich ganz klar sagen. Mein Leben, ich zitre mit diesem Verein, ich jubel mit dem Verein, ich ärgere mich mit dem Verein, ich freue mich mit dem Verein.
01:56:13: Speaker 10 Wenn ich morgens aufstehe,
01:56:15: Speaker 10 gehört erst FC Köln dazu, wenn ich abends ins Bett gehe gehört erst FC Köln. Also ich bin schon dann völlig verrückt.
01:56:20: Speaker 3 Dann sage ich herzlichen Dank an einen völlig FC Verrückten im positivsten Sinne für deine Zeit.
01:56:29: Speaker 10 Gerne.
01:56:29: Speaker 3 War sehr kurzweilig und hätte sicherlich auch noch länger gehen können.
01:56:32: Speaker 10 Da können ja noch mal einen zweiten Teil machen.
01:56:35: Speaker 3 Auch da sei der Verrückten erlaubt, die Trippel Tour gibt es im Stadion. Die Stadion Tour und es gibt genug Möglichkeiten in deiner Geschichten.
01:56:42: Speaker 10 Die FC
01:57:02: Speaker 7 Erster FC Köln, der Podcast. Überall, wo es Podcast gibt, mehr Infos auf FC.tv.